Vorschau aller Erstrundenmatches der DTB-Profis in Wimbledon

Wie in den Vorjahren gibt es auch dieses Mal eine Vorschau aller Erstrundenpartien der DTB-Profis in Wimbledon. An dieser Stelle natürlich noch ein Verweis auf die tägliche Zusammenfassungs – und Analysesendung „Erdbeerzeit mit Chip & Charge“ – jeden Abend auf meinsportradio.de und als Podcast erhältlich. Dieses Jahr sogar mit einer Chance, ein Original Wimbledon Handtuch zu gewinnen.

Montag

Dustin Brown – Joao Sousa

Beide Spieler kommen nicht in der erhofften Form nach Wimbledon. Brown wird auf Platz 117 der Jahresrangliste notiert und Sousa auf Platz 69 – jeweils ein gutes Stück hinter der aktuellen Weltranglistenposition. Sowohl Brown als auch Sousa ließen zudem zuletzt in Halle Chancen liegen. Brown hätte Bautista-Agut besiegen können und Sousa einen anderen Deutschen, Philipp Kohlschreiber. Was ist also zu erwarten von diesem Match? Der direkte Vergleich steht bisher bei 1-1 und relativ eng dürfte es auch am Montag zugehen. Sousa hat nicht den einen, beeindruckenden Gewinnschlag im Spiel, nicht so viele Möglichkeiten wie Brown. Aber er ist solider, bewegt sich gut, ist einfach jemand, den man erst Mal schlagen muss. Daher wird es an Brown liegen, das Besondere zu bringen.

Tommy Haas – Ruben Bemelmans

Nicht der ganz große Name zum Auftakt für Haas. Aber sollte er sich gegen den Belgier durchsetzten, könnte es für Haas in der zweiten Runde gegen Stan Wawrinka gehen. Doch Bemelmans ist der klassische Gegner über den sich auf dem Weg zu Größerem stolpern lässt. Der 29-jährige spielt wieder ein solides Jahr, könnte zum Saisonabschluss unter den Top 100 stehen. Er schaffte es hier relativ souverän durch die Quali, hat einen schönen, wenn auch nicht immer effektiven Linkshänderaufschlag und arbeitet gut mit Winkeln. Um zu gewinnen wird Haas seinen Gegenüber beschäftigen, wegdrängen müssen. Das sollte ihm an einem guten Tag auch gelingen. Ist der Tag ein weniger guter für Haas, dann könnte es allerdings eng werden.

Peter Gojowczyk – Marius Copil

Ein klassisches Erstrundenmatch bei einem Grand Slam, ergo eine große Chance für den Sieger auf wichtige Punkte und viel Preisgeld. Copil hat in seiner Karriere einen Grand Slam Hauptfeldsieg zu Buche stehen und Gojowczyk keinen. Beide haben sich ihre Sporen bisher vornehmlich auf der Challenger Tour verdient. Copil hat einen ordentlichen Bumms in den Grundschlägen, auch das Serve kann krachend sein. Doch an der Konstanz mangelt es fast immer. Das Jahr 2017 dürfte jedoch bisher das Beste in der Karriere von Copil sein – gerade auf Rasen überzeugte er. Gojowczyk hat es durch die Quali geschafft, und dass auf durchaus beeindruckende Weise. Aber um gegen Copil zu gewinnen, wird der 27-jährige wohl seine ganze Variabilität zeigen müssen.

Florian Mayer – Victor Troicki

Ein durchaus wichtiges Match für Florian Mayer, konnte er doch seinen Turniersieg in Halle nicht verteidigen. Mayer ist damit aus den Top 100 gerutscht, jetzt gilt es Punkte bei den Sommerturnieren einzustreichen – und vorher hier in Wimbledon. Die erste Runde gegen Troicki ist eine relative 50:50 Angelegenheit, und dass obwohl Mayer das bisher einzige Duell auf Rasen gewonnen hat. Aber Troicki ist ein zäher Kämpfer, ein relativ kompletter Spieler, der aber auf der Vorhand Probleme mit der Konstanz hat. Ein guter Tag beim Aufschlag sollte das Match zugunsten Mayers kippen.

Philipp Kohlschreiber – Marin Cilic

Von allen deutschen Spielern die schwerste Aufgabe erwischt hat Philipp Kohlschreiber. Das ist man aus den letzten Jahren gewohnt. Doch dieses Mal hat Kohlschreiber die Setzliste nicht nur knapp verpasst. Auch in der Jahresliste ist der Augsburger bisher nur auf Platz 44 notiert. Cilic überzeugte in Queens, zeigte wie gefährlich seine Kombination aus Bombast-Aufschlag und harten Grundschlägen sein kann. In den letzten drei Jahren stand der Kroate darüber hinaus in Wimbledon jeweils im Viertelfinale. Immerhin, was für Kohlschreiber spricht ist der direkte Vergleich. Dort führt der 31-jährige mit 6:3, auch wenn die meisten dieser Matches schon länger zurück liegen. Für Kohlschreiber wird es vornehmlich darum gehen, den eigenen Aufschlag zu beschützen. Unkonzentriertheiten gegen einen Spieler mit so starkem Serve wie Cilic können da schon matchentscheidend sein. Wenn Kohlschreiber in die Grundlinienduelle hereinkommt, wird er sich vornehmlich der Vorhand von Cilic annehmen. Dort kann der Kroate schlechte Tage haben. Aber es wird wohl einer besondere Leistung von Kohlschreiber bedürfen, um hier die Überraschung zu schaffen.

Andrea Petkovic – Dominika Cibulkova

Auch Andrea Petkovic hat eine gute Bilanz gegen eine Spielerin, die in der Weltrangliste wesentlich höher steht als sie – 4:1 lautet der direkte Vergleich für die Deutsche. In den letzten Wochen lief zudem nur wenig zusammen bei Cibulkova. Seit einer Handgelenksverletzung im Frühling ist die Slowakin in eine spielerische Krise gefallen. Vor allem in engen Matches schien Cibulkova zuletzt nicht nur der spielerische Rhythmus, sondern auch das Selbstvertrauen im Stich zu lassen. Das hat sich Petkovic zuletzt versucht auf der Challenger-Tour wieder zurück zu holen. Bei den Rasenturnieren in Ilkley und Southsea erreichte sie das Halb- und Viertelfinale. Petkovic wird das Match gegen Cibulkova als Chance auf einen wichtigen Sieg sehen. An der Intensität, um es mit Cibulkova aufzunehmen, dürfte es Petkovic nicht mangeln. Auch wenn das flache Spiel von Cibulkova eher für den Rasen gemacht ist als die Arbeitsschläge von Petkovic. Chancen wird sie wohl erhalten.

Ana Konjuh – Sabine Lisicki

Ein richtig schweres Los für Sabine Lisicki bei ihrer Rückkehr auf die ganz große Bühne. Konjuh wird dereinst um Grand Slam Titel spielen, auch wenn ihr dafür in 2017 noch die Konstanz fehlt. Mit ihrem langen Schwung auf der Vorhand sollte sich Konjuh wahrscheinlich schwerer tun auf dem Rasen, als dass der Fall ist. Aber wie sie beim Vorbereitungsturnier in Mallorca bei ihrem Sieg gegen Victoria Azarenka zeigte, nur ganz wenige Spielerinnen können den Ball so beschleunigen wie die 20-jährige. An guten Tagen ist sie fast unantastbar. Doch solche Tage sind noch rar gesät. Lisicki spielte solide wenn auch nicht überragend bei ihrem Comeback in Mallorca. Für sie wird es am Montag darum gehen, sich auf das eigene Serve zu konzentrieren. So viele erste Aufschläge in den Court bekommen wie möglich – das wird die Devise sein. Natürlich muss sich Lisicki bei all ihrem spielerischen Talent nicht hinter Konjuh verstecken. Aber ein schlechter Tag der Kroatin würde Lisicki wohl trotzdem zupass kommen.

Carina Witthöft – Mirjana Lucic-Baroni

Lucic-Barroni, die Überraschungshalbfinalistin bei den Australian Open, hat es bisher auf dem Rasen ruhig angehen lassen. Nur ein Vorbereitungsturnier bestritt sie und verlor prompt zum Auftakt gegen Monica Niculescu in Birmingham. Witthöft zeigte in den letzten Monaten Fortschritte, fand Kontrolle in ihrem Spiel, baute die Ballwechsel taktisch klüger auf. Ob sie allerdings allzu viel Taktik gegen Lucic-Barroni brauchen wird, ist fraglich. Oft kommt es gegen die Kroatin nur drauf an, wer den Court öfter trifft. Ein guter Aufschlagstag würde Witthöft natürlich nicht schaden, damit sie sich nicht vornehmlich auf die Fehler ihrer Gegnerin verlassen muss (die zugegebenermassen oft in hoher Anzahl kommen.) Insgesamt ein offenes Duell. Aber auch eine gute Chance für Witthöft, einen weiteren großen Namen bei einem Grand Slam Turnier zu ärgern.

Dienstag

Angelique Kerber – Irina Falconi

Kerber kann sich nicht beschweren, von der durchaus beeindruckenden Brigade an Qualifikantinnen hat sie eine der Angenehmeren zugeteilt bekommen. Falconi bringt viele Bälle zurück, verteilt die eigenen oft ganz wunderbar und doch ist sie relativ harmlos in der Spielgestaltung. Kerber hat das bisher einzige Duell klar in zwei Sätzen gewonnen. Auch dieses Mal dürfte sie wenig Probleme haben, dafür hat sie in Eastbourne und historisch auf dem Rasen zu gut gespielt.

Annika Beck – Polona Hercog

Das Jahr von Annika Beck kann bisher wohl als unauffällig beschrieben werden. In der Jahresrangliste wird sie auf Platz 117 verzeichnet, bei den meisten Tourevents gab es zuletzt frühe Niederlagen. Hercog kam erst vor kurzem auf die Tour zurück, qualifizierte sich hier in Wimbledon und gewann ein kleines Challenger-Turnier in Italien. Die Slowenin hat ein schönes, fast altertümlich anmutendes Spiel. Aber oft ist sie auch ineffektiv. Trotzdem geht Hercog sicherlich als leichte Favoritin ins Match, auch den einzigen direkten Vergleich hat sie gewonnen.

Julia Görges – Lesia Tsurenko

Görges spielte in Mallorca überraschend gut, erwischte aber zum Wimbledon-Auftakt ein relativ undankbares Los. Zwar gewann Görges gegen die Ukrainerin beim Fed Cup in Stuttgart, zog davor aber zwei Mal den Kürzeren. Tsurenko hat eine wunderbare Rückhand, kann den Ball vor allem auf schnelleren Belägen gut beschleunigen. Görges wird sich daher die Vorhand vornehmen, versuchen über den Aufschlag zu dominieren. Aber trotzdem ist Match – zumindest auf dem Papier – eine offene Angelegenheit.

Tatjana Maria – Anastasia Potapova

Auch Tatjana Maria muss sofort in Vollbeschäftigung übergehen. Denn die Deutsche bekommt es mit der Juniorinnensiegerin aus dem letzten Jahr zu tun. Die hat sich hier zudem noch souverän durch die Qualifikation gespielt. Wir haben sie bisher nicht häufig genug gesehen, um uns eine Einschätzung erlauben zu können. Aber die Statistiken lesen sich beeindruckend. Allerdings auch Maria überzeugt seit Wochen, gewann zuletzt das große Challenger-Turnier in Southsea und erreichte das Finale von Marseille. Macht sie so weiter, kann 2017 ihre bisher beste Saison werden. Einen weiteren Schritt könnte Maria am Dienstag nehmen – gegen eine Gegnerin, die schon in wenigen Jahren komplett außer Reichweite sein dürfte.

Mona Barthel – Coco Vandeweghe

Auf dem Papier einer der Höhepunkte der ersten Runde. Auf der einen Seite die rundum talentierte Barthel, die alle Mittel für den Erfolg auf schnellen Belägen hat. Auf deren Seite Vandeweghe, die hier sogar zu den Mitfavoritinnen gezählt werden muss, auch wenn sich nach dem Halbfinale bei den Australian Open mal wieder ins Stocken geriet. Bei ihrem einzigen Vorbereitungsauftritt auf Rasen konnte die Amerikanerin allerdings rundum überzeugen, ließ Landsfrau Christina McHale und Johanna Konta keine Chance. Danach verletzte sie sich gegen Garbine Muguruza. Trotzdem dürfte Vandeweghe bereit sein für ein Match mit offenem Visier, den Ball beschleunigen kann Barthel schließlich auch. Die ultimative Form und der Belag sprechen für Vandeweghe aber chancenlos ist Barthel sicherlich nicht.

Jan-Lennard Struff – Milos Raonic

Eine Los aus der Kategorie ganz unangenehm für Struff. Denn der letztjährige Wimbledon-Finalist Raonic ist zwar nicht in herausragender Form. Aber seinen Kanonaufschlägen entgegen treten möchte natürlich trotzdem niemand. So unterschiedlich sind die körperlichen Voraussetzungen bei Struff und Raonic natürlich nicht. Nur die großen Erfolge des Kanadiers sind Struff bisher verwehrt geblieben. Auch weil er nicht ganz so nervenstark ist wie Raonic, der zumindest zu besten Zeiten viele enge Matches für sich entschied. Will Struff überhaupt eine Chance haben, braucht er am Dienstag ganz viel Konzentration und Konstanz, keine Aussetzer beim eigenen Aufschlag. Die Aufgabe erscheint auf dem Papier zu groß. Aber Raonic kommt immerhin mit weniger Vorbereitungsmatches nach London als der Mann aus Westfalen.

Alexander Zverev – Evgeny Donskoy

Nur einer dieser beiden Spieler hat in diesem Jahr Roger Federer in einem offiziellen Tourmatch bezwungen, und dass war nicht Zverev. Mit etwas Fortune und viel Wagemut besiegte Donskoy in Dubai den Schweizer Australian Open Sieger. Donskoy kann auf schnellen Belägen ordentlich Gas geben, denn gerade mit der Vorhand kann er dort Druck machen. Aber gegen Zverev dürfte das nicht reichen. Der junge Deutsche ist viel zu flink und konstant und sollte letztendlich ungefährdet in die zweite Runde einziehen.

Mischa Zverev – Bernard Tomic

Zverevs älterer Bruder Mischa hat hingegen eine wesentliche härtere Aufgabe erwischt. Für ihn geht es gegen den Launenbär Bernard Tomic. Der hat das Talent um auf Rasen ganz große Dinge zu erreichen, seine Antizipationskünste, die flach verteilen Bälle – das ist auf Grass besonders effektiv. Aber seine Launen machen aus Tomic ein spielendes Fragezeichen. Letzte Woche in Eastbourne besiegte der Australier Mischa Zverev in zwei klaren Sätzen. In der nächsten Runde zog er mal wieder zu klar den Kürzeren. Tomic hat das Spiel um Zverevs Angriffstaktiken zu stoppen und auch dieses Mal könnte er klar gewinnen. Aber wahrscheinlicher ist ein enges Match, und da dürfte Zverev seine Chancen erhalten.

Daniel Brands – Gael Monfils

Monfils hatte in Eastbourne eine seiner besten Rasenwochen bisher, überzeugte weitestgehend auf dem Weg ins Finale. Trotzdem ist das hier durchaus eine Chance für Brands. Monfils, der Ausnahmeathlet bekommt alles zurück, auch auf dem Rasen. Aber wenn Brands gut aufschlägt, mit der Vorhand Druck macht, dann sollte er beim Serve des Franzosen seine Chancen erhalten. Brands tendiert dazu seine Höchstform nicht lange genug in Matches halten zu können, und falls das auch am Dienstag der Fall ist, dürfte er verlieren. Kann er sein Niveau jedoch halten, sind die Chancen auf eine Überraschung durchaus da.

Die Chip & Charge Wochenvorschau #14/2017

Wer spielt diese Woche?

Die zweite April Woche ist dieses Mal eine „Ruhe vor dem Sturm“ Woche. Bei den Herren wird die Sandplatzsaison erst nächste Woche mit dem Turnier in Monte Carlo so richtig eingeläutet, die Damen folgen übernächste Woche in Stuttgart. Daher sind in den nächsten sieben Tagen auch keine absoluten Spitzenspieler und -spielerinnen im Einsatz. Dafür darf die zweite bis vierte Reihe ran.

Wo wird gespielt?

Das Damenturnier in Biel gibt sein Debüt, in Bogota wird zum sechsten Mal gespielt. In der Schweiz hatte es schon länger den Wunsch gegeben wieder ein WTA Turnier auszurichten, jetzt gibt es auf einmal innert von zwölf Monaten zwei eidgenössische Tourstopps. Denn im Juli wird ja noch in Gstaad gespielt. Die beiden Herrenturniere sind dagegen schon fast Klassiker. Der Grand Prix Hassan II, der früher in Casablanca stattfand, geht dieses Jahr in seine 27. Auflage. Bei den US Men’s Clay Court Championships wird schon seit 1970 gespielt.

Was wird wichtig?

Die Tenniswelt wird in der kommenden Woche nicht aus den Angeln gehoben werden. Aber für die große Mehrheit der Spieler und Spielerinnen sind solche Turniere die Chance für außergewöhnliche Erfolge. Sei es ein Turniersieg oder ein paar gewonnene Runden auf ATP oder WTA Ebene. Manchmal sind diese Wochen sogar schon ein Fingerzeig gen unmittelbare Zukunft. Im Jahr 2005 gewann Manuel Puerta den Grand Prix Hassan II. Ein paar Wochen später war er Rafael Nadal’s erster Finalgegner bei den French Open. Wobei man natürlich einschränkend sagen muss: Puerta wurde später des Dopings überführt.
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Die Chip & Charge Wochenvorschau #13/2017

Wer spielt diese Woche?

Bei den Damen sind mit Angelique Kerber, Venus Williams und Jo Konta immerhin drei Top 10 Spielerinnen im Einsatz. Viele Topherrren pausieren hingegen, schliesslich ist Davis Cup Woche. Auf die trotzdem interessanten Viertelfinalpartien werden wir Mitte der Woche in Audioform voraus schauen. Doch hier konzentrieren wir uns auf die WTA-Turniere.

Wo wird gespielt?

Monterrey, in diesem Jahr in seiner sechsten Auflage, findet erst zum zweiten Mal nach dem Ende des sunshine doubles aus Indian Wells und Miami statt. Weiterhin wird jedoch auf Hardcourt gespielt und die Veranstalter haben einen Coup gelandet, ihnen ist es gelungen Angelique Kerber zu verpflichten. Die hätten die Veranstalter von Charleston sicherlich auch gerne dabei gehabt. Hier ist das Feld zwar tiefer besetzt als in Mexiko, aber trotzdem hat das Turnier in den letzten Jahren graduell an Bedeutung verloren. Noch immer gibt es 470 Punkte und ein üppiges Preisgeld, aber die besten Sandplatzspielerinnen nutzen diese Woche für eine Pause und blicken schon auf die europäische Aschensaison.

Was wird wichtig?

Für Kerber wäre es nicht dramatisch, sollte sie den Titel in Monterrey nicht gewinnen. Aber dem Selbstvertrauen könnte er wohl nur gut tun, den ersten Sieg in 2017 zu holen. In Charleston geht es hingegen vor allem für die Spielerinnen um etwas, die Hardcourts oder schnelle Beläge bevorzugen. Denn diese fühlen sich auf dem grünen Sand von Charleston meist wohler als auf der roten Asche Europas. Jo Konta, Venus Williams und selbst die Rom Finalistin aus dem letzten Jahr, Madison Keys, könnten hier wichtige Punkte holen.
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Die Chip & Charge Wochenvorschau #8/2017

Wer spielt diese Woche?

Der Blick wird weiterhin vornehmlich auf die WTA gerichtet sein. Denn dort wird in Dubai das erste Premier 5 Turnier der Saison ausgespielt, also das Äquivalent eines Masters Turniers bei den Herren. Serena Williams ist nicht am Start, so dass viel der Aufmerksamkeit auf Angelique Kerber gerichtet sein wird. Die Deutsche kann in dieser Woche mit einem Turniersieg den ersten Weltranglistenplatz zurück holen. In der ATP kommen die Topherren langsam wieder auf die Tour zurück. Der Weltranglisten-3. Milos Raonic spielt in Delray Beach, Kei Nishikori zieht weiter auf südamerikanischem Sand seine Touren.

Wo wird gespielt?

Vor allem wieder in unterschiedlichen Zeitzonen. Die Damen sind auf der arabischen Halbinsel und in Budapest unterwegs. Die Herren verteilen sich auf Marseille, Delray Beach in Florida und Rio de Janeiro. Das Turnier in Delray Beach feiert 25-jähriges Bestehen und zieht zum Jubiläum Raonic und Juan Martin del Potro an. Zwei durchaus große Namen für ein 250er Turnier.

Was wird wichtig?

Kerber kann zwar in dieser Woche die Weltranglistenposition Nummer 1 zurück holen. Aber zuvorderst wird es der Deutschen um bessere Ergebnisse gehen, gerade  bei einem Premier 5 Turnier. In dieser Kategorie an wichtigsten WTA-Turnieren fehlt es der 29-jährigen noch an einem Titel in ihrer Karriere. Gesteigerte Aufmerksamkeit wird es auch  für Dominic Thiem geben. Der kehrt in Rio auf den Sand zurück, dort legte der Österreicher in 2016 die Grundlage für ein Top 10 Finish zum Jahresabschluss. Kommt mit dem Sand auch dieses Mal das komplette Vertrauen ins eigene Spiel zurück?
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Die Chip & Charge Wochenvorschau #7/2017

Wer spielt diese Woche?

Angelique Kerber ist der prominenteste Name der in dieser Woche spielenden, erst Recht nachdem Rafael Nadal und Stan Wawrinka doch nicht in Rotterdam starten. Ansonsten lassen es sowohl die Top 10 Herren als auch Damen nach den Länderwettbewerben etwas ruhiger angehen. Erst in den kommenden beiden Wochen dürften wir dann den Rest der Hauptdarsteller und Hauptdarstellerinnen sehen – vornehmlich bei den Damen- und Herrenturnieren in Dubai.

Wo wird gespielt?

Die Turniere in Qatar und Dubai haben in den letzten Wochen ein bisschen an Prominenz dazu gewonnen. Denn Angelique Kerber begründete ihre Fed Cup Absage auch mit der Wichtigkeit dieser beiden Tourstopps. Vor allem was die Punkte angeht, hat Kerber auch recht. Denn sollte eine Spielerin beide Turniere gewinnen, gibt es weit mehr als 1000 Punkte zu holen. Bei den Herren wird in dieser Woche noch nicht ganz so groß aufgetischt. Aber Rotterdam und Memphis kommen mit ordentlich Tradition im Gepäck und Buenos Aires bietet viel Preisgeld für ein 250er Turnier.

Was wird wichtig?

Auch wenn sie es so wohl nicht sagen wird, Angelique Kerber dürfte in den beiden kommenden Wochen schon Richtung Weltranglistenposition Nummer 1 schielen. Doch wird ihre primäre Aufgabe eine Formsteigerung im Vergleich zu den ersten Wochen des Jahres sein. Gerade in Rotterdam werden wir zudem sehen wie die Formspieler des Saisonauftaktes weiter machen. Kann Dimitrov seinen Erfolgslauf fortsetzen und Zverev sich im Dreisatzformat weiter als quasi Top 10 Spieler zeigen?
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Vorschau Davis Cup Achtelfinale Februar 2017

Es ist immer noch ungewohnt – aber die erste Runde des Davis Cups findet in der Tat wieder direkt im Anschluss an die Australian Open statt. Auch dieses Mal werden wir bei Chip & Charge das ganze Wochenende live berichten, aus der Fraport Arena in Frankfurt wo Deutschland auf Belgien trifft.

Zur Vorbereitung eine Übersicht aller acht Erstrundenbegegnungen. Wie auch in den letzten Jahren setzten viele der Spitzenspieler aus. Ob wir allerdings schon mal eine erste Runde im Davis Cup gesehen haben bei der nur ein Top 10 Spieler, in diesem Fall Novak Djokovic, im Einsatz war?  Schon bei der zweiten Runde im April könnte sich zeigen, ob wir es hier mit einem Trend zu tun haben. Wenn dem so sein sollte, dürften wir wirklich einen so offenen Wettbewerb wie schon lange nicht mehr erleben.  Doch erst Mal volle Konzentration auf die kommenden Tage:

Argentinien – Italien 

Der Titelverteidiger Argentinien spielt zwar zu Hause, allerdings ohne Juan Martin del Potro, der seine Saison erst in Delray Beach beginnt. Nach del Potros Absage ist erstaunlicherweise Paolo Lorenzi der am höchsten in der Weltrangliste verzeichnete Spieler der Begegnung. Die Italiener haben nicht nur den nominell besten Spieler im Team, sondern sind auch breiter aufgestellt als der Gastgeber. Allerdings haben die Argentinier schon in den vergangenen Jahren oft mehr erreicht, als auf dem Papier möglich erschien. Trotzdem sollten die Italiener das Doppel gewinnen und mindestens zwei der vier Einzel. Der Sieger trifft übrigens auf das deutsche Team, so es sich denn gegen Belgien durchsetzt.

Deutschland – Belgien

Wir sprechen in der heutigen Ausgabe unseres Dailies noch ausführlicher über die Auslosung. Aber mit der Nominierung von Artur de Greef als zweiten Einzelspieler überraschten die Belgier nicht nur das deutsche Team. Die Devise des Finalisten von 2015 lautet wohl: Alle Konzentration aufs Doppel, angeführt vom besten Doppelspieler Ruben Bemelmans. Darcis und vielleicht Bemelmans am Sonntag gegen Kohlschreiber müssten dann zwei weitere Punkte holen. Es gibt eine kleine Chance, dass sich die Theorie auch in die Praxis umsetzen lässt. Aber natürlich geht das DTB-Team als klarer Favorit ins Frankfurter Wochenende.

Australien – Tschechien

Nachdem Tomas Berdych absagte, liegt der Vorteil relativ klar bei den Australiern. Ist Nick Kyrgios nicht noch angeschlagen, sollte er beide Einzel gewinnen. Denn die Tschechen spielen im Einzel mit Jiri Vesely und Jan Sakral. Vesely kann richtig feine Tage haben, wie zum Beispiel bei seinem Sieg gegen Novak Djokovic letztes Jahr in Monte Carlo. Aber die besten Resultate des 23-jährigen kommen normalerweise auf Sand und Rasen. Hier wird jedoch auf Hardcourt gespielt. Die Australier treten ohne Bernard Tomic an. Sie sollten allerdings in der Lage sein den dritten Punkt im Doppel zu gewinnen. Dort ist immerhin der Australian Open Sieger John Peers nominiert. Oder aber Jordan Thompson, der gerade den Sprung auf die ATP-Tour schafft, holt den entscheidenden Sieg für das australische Team.

USA – Schweiz

Das bestbesetzte Team des Wochenendes könnten die USA sein. Mit John Isner, Jack Sock, Sam Querrey und Steve Johnson sind vier sehr fähige Einzelspieler dabei, die darüber hinaus auch noch kompetent im Doppel sind. Die Schweizer hingegen sind ohne Roger Federer und Stan Wawrinka angereist. Das ist noch nicht so ein riesiges Problem. Marco Chiudinelli und Henri Lakkosonen sind fähige Challenger Spieler, die immer mal wieder an der ATP Tour schnuppern und die Amerikaner zumindest theoretisch ärgern können. Aber dahinter kommt bei den Schweizern nicht mehr viel, auch nicht im Doppel. Die USA sollten klar gewinnen.

Japan – Frankreich

Auch Japan tritt ohne seinen besten Spieler, Kei Nishikori, an. Die Favoritenlage in Tokio könnte also kaum klarer verteilt sein, und dass obwohl die Franzosen auf Jo-Wilfried Tsonga und Gael Monfils verzichten. Die verbliebenen Japaner um den talentierten Yoshihito Nishioka werden  wohl tapfer dagegen halten. Aber ein französisches Team um Richard Gasquet und Gilles Simon, plus einem der besten Doppel der Welt sollte am Ende klar gewinnen.

Kanada – Großbritannien

Sowohl Milos Raonic als auch Andy Murray setzen aus und trotzdem sind die Briten relativ klare Favoriten. Dan Evans ist in sehr guter Form, Kyle Edmund eines der größeren Talente im Welttennis. Auch der Kanadier Vasek Pospisil ist jemand, der eigentlich höher im Ranking stehen sollte. Allerdings werfen ihn Verletzungen und Formkrisen immer wieder zurück. Interessant könnte auf kanadischer Seite ein möglicher Einsatz von Denis Shapovalov werden. Der 17-jährige Linkshänder ist einer der in ein paar Jahren weit oben in der Weltrangliste stehen könnte, hier allerdings wohl noch nicht in der Lage sein wird Evans oder Edmund zu besiegen. Die Briten dürften sich am Ende – wenn auch knapp – durchsetzen.

Serbien – Russland

Wir haben schon eine Reihe an Spitzenspielern erwähnt, die nicht dabei sein werden in den kommen Tagen. Antreten wird hingegen Novak Djokovic, der in Novi Sad auf ein Team junger, talentierter Russen trifft. Mit Djokovic und Victor Troicki sollte Serbien natürlich gewinnen. Aber es wird interessant zu sehen sein wie gut Karen Khachanov, Andrey Kuznetsov und Daniil Medvedev dagegen halten können. In dieser Besetzung, plus vielleicht noch Andrey Rubelev, sind die Russen ein Team, welches innerhalb der nächsten zehn Jahre den Davis Cup gewinnen kann.

Kroatien – Spanien

Rafael Nadal hat nach dem Erreichen des Australian Open Finales abgesagt. Aber auch so ist Spanien ganz klarer Favorit gegen ein kroatisches Team, dass ohne Marin Cilic, Borna Coric und Ivo Karlovic antritt. Kein Top 200 Einzelspieler steht im Aufgebot des Finalisten von 2016 während die Spanier auch ohne Nadal und David Ferrer immer noch drei Top 35 Spieler dabei haben. Dazu kommt der Doppel-Olympiasieger Marc Lopez. Keine Begegnung am Wochenende könnte so einseitig verlaufen wie diese.

Wir hören uns das ganze Wochenende über bei meinsportradio.de – am Freitag geht es um 14 Uhr mit den beiden Einzeln los. Am Samstag folgt um 13 Uhr das Doppel und dann am Sonntag der Abschluss, auch wieder ab 13. Uhr. Wie jedes Mal gibt es tägliche Podcasts, inklusive Stimmen von vor Ort. Auch auf Twitter und vielleicht sogar bei Facebook Live werden wir aktiv sein.

Die Chip & Charge Wochenvorschau #5/2017

Tennis macht weiter und wir natürlich auch. Bei uns wird der Fokus in den nächsten Tagen auf den Davis Cup gerichtet sein, und nicht nur weil wir das kommende Wochenende die Partie Deutschland – Belgien live aus Frankfurt auf meinsportradio.de übertragen werden. Von Mittwoch an wird es tägliche Podcasts aus der Fraport Arena geben und am Donnerstag eine Schriftvorschau aller anderen Davis Cup Begegnungen hier im Blog. Freitag um 14 Uhr geht es dann live los, sowohl auf der meinsportradio.de Seite als auch in der App.

Wer spielt diese Woche?

Dafür dass der Hauptfokus zwei Wochen lang auf den Teamwettbewerben liegen wird, ist die Besetzung der beiden WTA Turniere durchaus fein. Immerhin sieben Spielerinnen aus den Top 20 treten an, unter anderem Simona Halep und Venus Williams.

Wo wird gespielt?

Sowohl die Ladies Trophy in St Petersburg als auch das Turnier in Taipei veranstalten ihre zwei Ausgabe. Die Taiwan Open fanden im vergangenen Jahr noch als Taiwan Open in Kaohsiung statt, sind jetzt aber in die Hauptstadt Taipei gezogen. Die Premiere der Ladies Trophy bleibt vor allem wegen der Siegerehrung in Erinnerung. Mal schauen, ob die Veranstalter sich noch mal ähnlich Spektakuläres einfallen lassen werden.

Was wird wichtig?

Obwohl die WTA nächste Woche erst Mal Pause einlegt, dürften die kommenden Tage für einige Damen durchaus von größerer Bedeutung sein. Können die schlecht ins Jahr gekommenen Topspielerinnen Simona Halep und Dominika Cibulkova sich fangen? Gerade in Angesicht der wichtigen Februar Turniere im mittleren Osten? Und wie schaut es bei den jungen Aufsteigerinnen um Katerina Siniakova und Ana Konjuh aus?
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Die Chip & Charge Wochenvorschau #3/2017

Natürlich gibt es auch dieses Mal eine Wochenvorschau. Doch wie schon in Wimbledon und bei den US Open fokussieren wir uns nicht auf das komplette Turnier. Vielmehr bieten wir euch eine kurze Analyse aller Erstrundenpartien der DTB-Spieler und -Spielerinnen in Melbourne. Die Matches sind nach Wochentag sortiert. In Klammern haben wir hinter jeder Partie notiert wie es im direkten Vergleich steht.

Montag 

Angelique Kerber – Lesia Tsurenko (1:0)

Lesia Tsurenko hat bisher in 2017 mehr Matches gewonnen als Angelique Kerber. Während die Jahresbilanz für Kerber bei 1-2 steht, setzte die 27-jährige Ukrainern letzte Woche in Hobart ihre gute Form aus dem vergangenen Herbst fort. Tsurenko gewann drei Spiele, bevor sie krankheitsbedingt vor dem Halbfinale aufgeben musste. Tsurenkos Bilanz von 5-10 gegen Top 10 Spielerinnen ist erstaunlich gut, gerade dafür dass sie in der Weltrangliste noch nie höher als Platz 33 notiert wurde. Die Ukrainerin hat eine feine Rückhand und wird Kerber unter Umständen auch in Nöte bringen können. Aber sobald Kerber konstant die wackligere Vorhand der Ukrainern ins Visier nehmen kann, sollte sie sich durchsetzen.

Annika Beck – Ashleigh Barty (0:0)

Barty galt einst als kommender Star des australischen Tennis. Immerhin zeigte sie schon als Teenagerin erstaunliche Variabilität, und dass auch noch gepaart mit einem guten Ballgefühl. Doch für Barty war der Druck wohl zu groß. Erst nach einer mehr als 12-monatigen Pause kehrte die mittlerweile 20-jährige Anfang letzten Jahres ganz langsam ins Profitennis zurück. In Brisbane überzeugte Barty gegen Angelique Kerber und ist hier sicherlich die leichte Favoritin gegen Beck. Die Bonnerin hat nur zwei ihrer zehn letzten Matches gewonnen. In diesem Jahr hat es bisher sogar nur zu neun Spielgewinnen in zwei Matches gereicht. Zwar kann Beck hoffen, Barty mit ihrer Konstanz zu Fehlern zu zwingen. Aber eigentlich sollte Beck das Match als Chance sehen genau jenes Angriffstennis zu zeigen, welches sie im ersten Halbjahr von 2016 immer mal wieder erfolgreich aufblitzen liess.

Mona Barthel – Destine Aiava (0:0)

Ein Match das in Australien viel Aufmerksamkeit erhalten wird. Schließlich gewann die Lokalmatadorin Aiava beim Turnier in Brisbane als erste in den 2000er geborene Spielerin ein WTA-Hauptfeldmatch. Trotzdem ist Barthel nach überstandener Qualifikation natürlich Favoritin. Macht Barthel nicht zu viele Fehler und geht souverän mit ihrer Stellung als erfahrenere und bessere Spielerin um, sollte sie sich durchsetzen – trotz des guten Aufschlages und der durchaus bemerkenswerten Grundschläge ihrer jungen Gegnerin.

Carina Witthoeft – Eri Hozumi (0:0)

Hozumi feiert am Montag ein Debüt. Denn die 22-jährige hat noch nie ein Grand Slam Hauptfeldmatch bestritten. Die Nummer 217 in der Weltrangliste rutschte hier in Melbourne nur als Ersatzfrau in die Qualifikation, setzte sich dort allerdings souverän durch. Doch Witthoeft ist eine andere Hausnummer. Denn Hozumi hat noch keinen Top 100 Sieg in ihrer Karriere zu Buche stehen. Witthoeft ist nicht ideal ins Jahr gekommen, konnte sich sowohl in Brisbane als auch Sydney nicht in der Qualifikation durchsetzen, ist hier aber die verdiente Favoritin.

Laura Siegemund – Jelena Jankovic (0:0)

Siegemund gegen Jankovic, das ist sicherlich einer der kleinen Blockbuster des ersten Turniertages. Schon im letzten Jahr trafen die beiden bei den Australian Open aufeinander. Damals setzte sich Siegemund in einem unterhaltsamen und engen Match durch und gab die Richtung fürs Jahr vor. In 2017 sind sowohl Jankovic als auch Siegemund nicht gut in die Saison gekommen, beide Spielerinnen konnten noch kein Match gewinnen. Obwohl Jankovic mehr als 20 Plätze in der Weltrangliste hinter Siegemund notiert ist, dürfte die Serbin leichte Favoritin sein. Denn die Form von Jankovic im Herbst war gut. Körperlich fit und mit gewohnt gutem Rückhandspiel überzeugte die ehemalige Weltranglistenerste auf der Asientour.

Julia Görges – Katerina Siniakova (0:0)

Zwar konnte Görges bei der Auslosung eine gesetzte Spielerin vermeiden, aber die Auftaktgegnerin ist trotzdem mehr als unangenehm. Die 20-jährige Tschechin kann ihr Potential noch nicht jede Woche abrufen. Aber seit letzten Sommer zeigt Siniakova, warum ihr Weg dereinst mal in die Top 10 führen wird. Zum Jahresauftakt gewann die Tschechin mit gewohnter Übersicht und Variabilität das Turnier in Shenzhen. Dabei gelangen Siniakova zwei Top 10 Siege. Das Match gegen Görges könnte auf der Rückhand entschieden werden. Schafft es Siniakova mit der eigenen starken Rückhand Görges in der schwächeren Rückhandseite festzunageln, dürfte Siniakova gewinnen. Doch erwischt Görges einen guten Aufschlagstag und kann ihr eigenes Powerspiel mit der Vorhand aufziehen, dürfte sie wie immer seit 2010 mindestens die zweite Runde in Melbourne erreichen.

Mischa Zverev – Guillermo Garica-Lopez (1:1)

Der einst so konstante Spanier konnte nur eines der letzten zehn Matches gewinnen. Garcia-Lopez hat schon einige große Siege in seiner Karriere geschafft, unter anderem gegen Stan Wawrinka, Andy Murray und Rafael Nadal. Doch die Batterie scheint im Moment beim 33-jährigen etwas leer zu sein. Garcia-Lopez bringt an guten Tagen viele, tiefe Bälle im Court unter. Aber gegen den formstarken Zverev dürfte das nicht reichen. Denn der 29-jährige hat im Moment enormes Vertrauen ins eigene Spiel. Gewinnt Zverev am Montag wäre dies übrigens erst der zweite Hauptfeldsieg seiner Karriere bei den Australien Open. Letztes Mal gelang ihm dies im Jahr 2007, in vier Sätzen gegen Michael Berrer.

Dienstag 

Andrea Petkovic – Kayla Day (0:0)

Day, erst seit Ende September 17 Jahre alt, gewann im letzten Jahr den Juniorinnenwettbewerb bei den US Open. Schon beim Turnier in New Heaven hatte sie mit zwei Top 100 Siegen auf sich aufmerksam gemacht. Im Herbst gelang Day dann der Titelgewinn beim Challenger Turnier in Macon und der Einzug unter die Top 200 der Welt. Auch wir kennen Day nur aus Videos, der Aufschlag sieht gut und die Linkshändervorhand variabel aus.   Trotzdem ist Petkovic natürlich klare Favoritin, und dass obwohl der Start ins Jahr höchstens durchschnittlich war. Doch Petkovic setzte sich in den letzten Jahren in der ersten Runde von Grand Slam Turnieren fast immer durch, wenn es gegen Gegnerinnen mit einem niedrigeren Ranking ging. Das sollte trotz des erwartenden, harten Stück Arbeit auch dieses Mal der Fall sein.

Philipp Kohlschreiber – Nikoloz Basilashvili (0:0)

Kohlschreiber musste letzte Woche verletzt das Viertelfinale in Auckland absagen. Ein Ärgernis für den 33-jährigen, der in der neuseeländischen Millionenstadt sicherlich um den Titel hätte mitspielen können. Doch die Teilnahme bei den Australian Open ist wohl nicht gefährdet. Basilashvili hat sich in den letzten zwei Jahren auf durchaus beeindruckende Art und Weise in die Top 100 gearbeitet. Aber in seiner Karriere gelangen dem Georgen bisher gerade einmal zwei Top 50 Siege. Das dürfte gegen Kohlschreiber, der zwar in 2016 bei Grand Slams mehr als gewohnt gegen Gegner mit einem niedrigeren Ranking wackelte, sich aber in den Vorjahren souverän zeigte, nicht reichen.

Alexander Zverev – Robin Haase (1:0)

Robin Haase siegte gerade erst in Auckland gegen David Ferrer. Aber Alexander Zverev dürfte kein Gegner sein, auf den der 29-jährige Niederländer sich freut. Denn beim einzigen Aufeinandertreffen gab es eine böse 6:2 6:0 Klatsche für Haase. Das war damals durchaus eine Sensation, passierte Zverevs Sieg doch im Jahr 2014 beim Turnier in Hamburg als 19-jährige zum ersten Mal so richtig auf sich aufmerksam machen konnte. So klar wie damals wird Zverev am Dienstag nicht gewinnen. Aber der Belag in Australien dürfte für die Schwünge von Haase etwas zu schnell und die Form von Zverev zu gut sein.

Florian Mayer – Rafael Nadal (1:2)

Ein Highlight für Mayer, allerdings eines welches wohl nicht zum idealen Zeitpunkt kommt. Denn der 33-jährige ist mit zwei äußerst engen Niederlagen ins Jahr gestartet. Sowohl gegen Horacio Zeballos als auch Paolo Lorenzi verlor Mayer im Tiebreak des dritten Satzes, und dass obwohl er jeweils als Favorit ins Match gegangen war. Mayer hat sich bisher gegen Nadal gut verkauft, schließlich sind seine Rhythmuswechsel selbst für den Spanier äußerst unangenehm. Der ehemalige Weltranglistenerste hat in den letzten zwei Jahren häufig Matches hergegeben gegen Spieler, die er einst im Griff hatte. Doch hier würde Mayer wohl einen Ausnahmetag beim Serve brauchen, um wirklich eine Chance zu haben.

Dustin Brown – Milos Raonic (0:1)

Es gibt wohl kaum zwei Spieler auf der Tour deren Ruf so unterschiedlich ist, wenn es um das spielerische Flair geht. Raonic mag für viele Fans eher dröge sein. Doch das durchkalkulierte Angriffstennis des Kanadiers ist fast immer erfolgreich. Schon bei den US Open im letzten September trafen Raonic und Brown in der ersten Runde aufeinander. Der Hype war relativ groß, aber Raonic machte aus dem Match keine Zirkusveranstaltung sondern einen weiteren Verwaltungsvorgang. Ähnlich dürfte es auch dieses Mal laufen – ein solider 3- oder 4-Satzsieg für Raonic.

Jan-Lennard Struff – Dominic Thiem (1:1)

Ein Match mit Überraschungspotential. Denn Struff hat Thiem nicht nur schon einmal vor zwei Jahren in Auckland besiegt, die Form des Wursteiners ist zudem gut. In Doha spielte Struff ein bemerkenswertes Match gegen Novak Djokovic, beim Challenger in Canberra reichte es zum Finaleinzug. Gegner Thiem tut sich hingegen noch etwas schwer im neuen Tennisjahr. Kommt bei Struff der Aufschlag nicht, dürfte sich Thiem trotzdem klar durchsetzen. Erwischt der 26-jährige Deutsche hingegen einen guten Tag beim Serve, dann dürfte er sich tief in diese Partie hineinarbeiten können. Ob Struff dann die Nerven hätte um einen der größten Siege seiner Karriere zu schaffen, müsste sich allerdings erst noch zeigen.

Tommy Haas – Benoit Paire (0:0)

Das Haas und Paire noch nie in ihrer Karriere gegeneinander gespielt haben, zeigt wohl wieder ein Mal wie sehr sich der Deutsche in den vergangenen Jahren mit Verletzungen rumgeschlagen hat. Obwohl Paire zu unerklärlichen Niederlagen neigt, und sich trotz großem Talent oft auf dem Platz quält, ist der Franzose natürlich Favorit. Haas gab beim Schauturnier Kooyong Classic letzte Woche sein Comeback und spielte wohl recht anständig. Aber ein Match auf ATP-Ebene ist natürlich noch mal ein anderes Kaliber. Unterhaltung, gerade in den Rückhandduellen, dürfte trotzdem garantiert sein.

Wir lesen uns bald an dieser Stelle wieder. Bis dahin könnt ihr uns wie immer auf Twitter folgen und natürlich bei den täglichen „Daily Down Under“ Folgen auf meinsportradio.de (auch als Podcast erhältlich) zuhören.

Die Chip & Charge Wochenvorschau #2/2017

Wer spielt diese Woche?

Es ist das gewohnte Bild in der Woche vor den Grand Slams. Bei den Damen sind viele Spitzenspielerinnen im Einsatz, dieses Mal unter anderem Angelique Kerber. Die meisten Herren bevorzugen hingegen die Vorbereitung direkt vor Ort. Die Ausnahme ist Dominic Thiem. Auch in 2017 spielt der Österreicher viel und gerne. Nach seinem Viertelfinaleinzug in Brisbane ist Thiem dieses Mal der Topgesetzte in Sydney. Eine durchaus viel genutzte Alternative war in vorherigen Jahren das Schauturnier Kooyong Classic auf der alten Australian Open Anlage.  Doch dieses Mal konnten die Veranstalter mit David Goffin nur einen Top-10 Spieler verpflichten.

Wo wird gespielt?

Die Tour ist komplett nach Ozeanien weitergezogen. Die Herren treten in Auckland und Sydney an, zwei Turniere, die es schon seit mehr als 40 Jahre gibt. Auch die beiden Damenverstaltungen, ebenfalls in Sydney und in Hobart halten sich seit mehr als zwei Jahrzehnten. Der Centre Court in Hobart hat übrigens eine der nettesten Aussichten auf der Tour. In Vorjahren hat sich das Turnier auch mit sehr feiner Medienarbeit auf YouTube hervor getan. Doch mittlerweile hat der Kanal seit zwei Jahren kein Update mehr gesehen.

Was wird wichtig?

Es ist jedes Mal aufs Neue schwierig einzuschätzen wie wichtig die letzte Woche vor einem Grand Slam denn ist – gerade für die Stars. Die Gesundheit geht schließlich vor. Trotzdem haben wir gerade bei den Damen in Sydney oft Titelträgerinnen gesehen, die dann bei den Australian Open um den Sieg mitspielten. Zu den Gewinnerinnen der letzten fünf Jahre gehörten unter anderem Svetlana Kuznetsova, Agnieszka Radwanska, Victoria Azarenka und Petra Kvitova.
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Die Chip & Charge Wochenvorschau #1/2017

Auch im neuen Jahr ist die Wochenvorschau wieder zurück. Es kann sein, dass wir in den nächsten Wochen und Monaten ein paar Veränderungen  vornehmen. Aber vorläufig bereiten wir euch hier – wie aus 2016 gewohnt – auf die kommende Tenniswoche vor. Zusammenfassungen und Zwischenrufe gibt es nach wie vor und en masse bei meinsportradio.de zu hören.

Wer spielt diese Woche?

Alle großen Namen, so sie denn nicht verletzt, gesperrt oder schwanger sind, nutzen die erste Woche als Vorbereitung für die Australian Open. Selbst Roger Federer ist nach sechsmonatiger Pause zurück, tritt aber nicht bei einem regulären Turnier an. Stattdessen nimmt Federer am Hopman Cup teil. Wie auch Andrea Petkovic und Alexander Zverev, die den DTB in Perth vertreten.

Wo wird gespielt?

Den Hopman Cup eingerechnet, geht das Tennisjahr 2017 an sieben Orten los. Mit Doha, Chennai und Auckland sind drei Turniere dabei, die sich in den letzten zwanzig Jahren als feste und wichtige Stopps auf der Tour etabliert haben. Brisbane ist mittlerweile der erste Anlaufpunkt in Australien abseits der Australian Open. Häufig ziehen die Veranstalter an der Goldküste die absolute Topspieler und Topspielerinnen an.  In diesem Jahr verteilen sich die größten Namen allerdings etwas weitläufiger über den Rest der Touglobuses.

Was wird wichtig?

In die ersten Resultate des Jahres sollte natürlich nicht zu viel herein gelesen werden. Aber einige interessante Ein- und Ausblicke dürften wir über die nächsten Tage schon erhalten: Wie startet Angelique Kerber in ihr erstes Jahr als Gejagte? Wie kommen Serena Williams, Roger Federer und Rafael Nadal von ihren Verletzungen zurück und wie steht es um die Form von Novak Djokovic und Andy Murray? Gibt es junge Spieler und Spielerinnen, die erste Schritte zum ganz großen Durchbruch nehmen und wie steht es um Lucas Pouille, Naomi Osaka und Elena Svitolina, drei die an der Tür zu Großem klopfen?
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