Das Chip & Charge Thema der Woche #36: Vorschau Davis Cup Deutschland – Polen

Ihr kennt es schon von den anderen Chip & Charge Übertragungen des Fed und Davis Cups – zur Vorbereitung gehört eine Vorschau des Wochenendes.  Dazu gibt es an dieser Stelle noch die gewohnten Kategorien der anderen „Thema der Woche“ Einträge – eine Rückschau auf das Tennisgeschehen der letzten Tage, den Verweis auf einen interessanten Artikel und den Ballwechsel der Woche. Viel Spaß beim Lesen und wir hören uns Morgen ab 11 Uhr zur Liveübertragung auf meinsportradio.de.  

Was diese Woche bisher geschah

Bei uns zählt in dieser Woche vor allem der Davis Cup. Neben der Partie Deutschland – Polen werden wir euch fortlaufend auf dem Stand halten, was auf den anderen Plätzen passiert – vor allem bei den beiden Halbfinales Großbritannien – Argentinien und Kroatien – Frankreich.

Doch natürlich gibt es auch in dieser Woche wieder reguläre Tour-Events. Wie wir schon in unserer Wochenvorschau am Montag schrieben, findet in Quebec ein kleiner Ausflug in die Halle statt während in Osaka inoffiziell die Asien Tour eröffnet wird. In Osaka sind die ersten beiden Runde schon komplett gespielt, übrig geblieben sind nur zwei der acht gesetzten Spielerinnen. Vor allem für die Japanerin und Topgesetzte Misaki Doi war die Niederlage nach der bisher guten Saison bitter. Auch Sabine Lisicki und Antonia Lottner schieden schon zum Auftakt aus. Lottner war als Lucky Loserin ins Hauptfeld gerutscht, konnte aber nur einen der zwei Sätze gegen Katerina Siniakova eng gestalten.

Auch in Quebec konnte keine der drei DTB-Spielerinnen die erste Runde überstehen. Titelverteidigern Annika Beck bekam es zwar nicht wie angekündigt mit der gefährlichen Bethanie Mattek-Sands zu tun, die sagte wegen Müdigkeit ab, sondern mit der Lucky Loserin Barbora Stefekova. Die Tschechin gewann, für die 21-jährige immerhin der erste WTA-Hauptfeldsieg des Jahres. Mona Barthel verlor gegen die talentierte Kanadierin Francoise Abanda. Julia Goerges zog gegen Ekaterina Alexandrova den Kürzeren. Die 22-jährige Russin durchlebt gerade die besten Wochen ihrer Karriere und qualifizierte sich vor kurzem in Wimbledon das erste Mal in ihrem Leben für das Hauptfeld eines Grand Slam Turniers. Die allermeisten Augen sind in Quebec aber natürlich auf Eugenie Bouchard gerichtet. Bei ihrem ersten Auftritt seit dem Jahr 2013 hielt sich die ehemalige Wimbledon-Finalistin schadlos. Als einzig verbliebene gesetzte Spielerin sollte sie eigentlich auch das Turnier gewinnen. Nur fehlte es Bouchard in den letzten beiden Jahren immer wieder an Konstanz.

Thema der Woche – Vorschau Deutschland gegen Polen

Die Favoritenstellung ist ähnlich klar verteilt wie in der Relegationspartie letztes Jahr gegen die Dominikanische Republik. Es wäre schon eine große Überraschung sollte das DTB-Team am Wochenende gegen das polnische B-Team ohne den ehemaligen Wimbledon-Halbfinalisten Jerzy Janowicz verlieren. In jedem der vier Einzel sind die deutschen Spieler klare Favoriten, nur im Doppel sind die Polen zumindest auf dem Papier stärker einzuschätzen.

Eröffnen werden das Wochenende Morgen um 11 Uhr Jan-Lennard Struff und Kamil Majchrzak. Der 20-jährige begann das Jahr als Nummer 275 der Welt und ist Stand Montag die Nummer 277. Die Resultate entsprechen dann auch seinem Ranking – zwei Turniersiege auf der Future Tour und ein paar Hauptfeldsiege bei Challengern. Letzte Woche stand Majchrzak im Halbfinale beim Challenger in Seville, unter anderem Dank eines Sieges gegen Gerald Melzer im Viertelfinale. Das waren dann auch erst der dritte Top 100 Sieg in der Karriere von Majchrzak. Alle verfügbaren Daten deuten auf einen Spieler hin, der trotz einiger Fortschritte  beim zweiten Aufschlag weiterhin angreifbar ist. Im Training schien er zudem Probleme mit Kick-Aufschlägen zu haben. Ein selbstbewusster Struff sollte das ausnutzen können und letztendlich in drei oder vier Sätzen gewinnen.

Der zweite polnische Einzelspieler Hubert Hurkacz ist 196 Meter groß und hinterliess im Training dann auch den Eindruck eines soliden wenn auch nicht gerade überragenden Aufschlägers. Für den 329ten der Weltrangliste steht noch kein Top 100 Sieg zu Buche. Immerhin hielt er im Davis Cup Achtelfinale gegen Leonardo Mayer mit. Aber der unkonventionelle Stil von Mayer dürfte Hurkacz vor einige Rätsel stellen. Mayer wird seinen Gegner bei jeder Gelegenheit laufen lassen und sich wohl auch relativ klar durchsetzen.

An dieser Ausgangsstellung dürfte sich auch am Sonntag nicht viel ändern, wenn Mayer auf Majchrzak trifft und Struff auf Hurkacz. Natürlich können die Polen jederzeit über sich hinaus wachen und auch Mayer und Struff haben in den letzten Wochen und Monaten Challenger spielen (müssen). Aber es wäre eine Überraschung sollten die Polen eines der Einzel gewinnen. Ganz anders im Doppel, wo die Polen die erfahrene Kombination aus Lukasz Kubot und Marcin Matkowski mitbringen – zwei seit langer Zeit erfolgreiche Doppelspieler. Die beiden haben in den letzten drei gemeinsamen Davis Cup Begegnungen nicht mal einen Satz verloren. So könnte es zumindest am Sonntag noch mal etwas spannend werden.

Wer sich wundert, dass wir an dieser Stelle nicht auf die wieder aufgekochten Nominierungsdiskrepanzen beim DTB eingehen, wir haben das Thema ausführlich in unseres „Dailies“ – den täglichen Podcasts während der Davis Cup Woche – aufgegriffen.

Ballwechsel der Woche

Aus Osaka, dem einzigen Turnier, das in dieser Woche übertragen wird, hat sich noch kein „hot shot“ aufgetan. Aber die US Open boten natürlich eine mannigfaltige Auswahl – inklusive dieses kleinen Juwelen aus dem Herrenfinale. Zwar verlor Stan Wawrinka trotz des spektakulären Punktgewinnes den Tiebreak des ersten Satzes mit 1-7. Aber letztendlich gewann Wawrinka das Match und dieser Punktgewinn war sicherlich einer der herausragenden in der Karriere des Schweizers.

Artikel der Woche

Wir hatten nach ihrem US Open Match gegen Angelique Kerber schon über die öffentliche Verlautbarung von CiCi Bellis gesprochen, erst einmal die Uni Stanford zu besuchen anstatt direkt Profi zu werden. Die Entscheidung war etwas ungewöhnlich für ein so großes Talent. Auf der anderen Seite werden genug junge Talente sich im nachhinein gewünscht haben, sie hätten die Ungeduld noch etwas beiseite geschoben um erst mal die teure Uniausbildung mit Hilfe eines Stipendiums zu beginnen. Wie dem auch sein Bellis hat in diesem Interview vom Dienstag angekündigt, doch direkt Profi zu werden. In Quebec steht sie in ihrer ersten Profi-Woche dann auch gleich mal im Viertelfinale.

Wir hören uns das ganze Wochenende über bei meinsportradio.de – am Freitag geht es um 11 Uhr mit den beiden Einzeln los. Am Samstag folgt um 13 Uhr das Doppel und dann am Sonntag der Abschluss, auch wieder ab 11. Uhr. Wie jedes Mal gibt es tägliche Podcasts, inklusive Stimmen von vor Ort. Auch auf Twitter und vielleicht sogar bei Periscope werden wir aktiv sein.

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