Die Chip & Charge Wochenvorschau #38

Wer spielt diese Woche?

Die Topdamen sind fast geschlossen wieder im Einsatz, nur Serena Williams kann wegen ihrer anhaltenden Schulterverletzung diese Woche in Wuhan und nächste Woche in Peking nicht spielen. Dafür kehrt Angelique Kerber aus ihrem Kurzurlaub nach dem US Open Sieg zurück. Auf der Herrenseite pusten die absoluten Topspieler hingegen noch durch, dort wird das Tempo erst wieder in der kommenden Woche bei den Turnieren in Peking und Tokio angezogen.

Wo wird gespielt?

Die Expansion nach China geht immer weiter, drei der vier ATP und WTA-Turniere finden in dieser Woche dort statt. Neu im Kalender ist das Herrenturnier in Chengdu, in der Provinz Sichuan. Interessant zu sehen sein wird wie gut gefüllt die Tribünen denn sind, nachdem gerade letzte Woche in Guanghzhou nur wenige Zuschauer da waren.

Was wird wichtig?

Für Angelique Kerber sind die Absagen von Serena Williams die Chance den ersten Weltranglistenplatz weiter zu festigen. Zwar hat Kerber gerade in dieser Turnierkategorie, den Premier Mandatory und Premier 5, noch keinen Sieg geschafft. Doch sollte Kerber in den kommenden beiden Wochen in Wuhan und Peking zwei Mal das Halbfinale erreichen, dürfte sie den Platz an der Sonne zum Jahresende so gut wie sicher haben.

Los geht’s…

WTA

Wuhan (live auf TennisTV)

Das Turnier in der chinesischen Millionenstadt gibt es erst seit 2014, daher fehlt es noch an Geschichte und auch etwas Flair. Aber die Bedeutung im Jahreskalender ist groß. Denn durch den WTA Premier 5 Statuts werden der Siegerin 900 Punkte für die Weltrangliste gutgeschrieben. Also mehr als es etwa für das Erreichen des Halbfinales bei einem Grand Slam Turnieres gibt. Bis auf Serena Williams sind dann auch alle Spielerinnen aus den Top 10 dabei.

Wer spielt um den Titel? Nach ihrem ersten Grand Slam Titel fiel Angelique Kerber in ein kleines Loch. Das sollte hier nicht der Fall sein und doch könnte die Weltranglistenerste schon in ihrem Auftaktmatch gegen Kristina Maldenovic oder Coco Vandweghe ordentlich gefordert werden. Davon ab meint es die Auslosung mit Kerber gut – abseits eines möglichen Drittrundentreffens gegen Petra Kvitova. Kvitova ist dann auch eine der Spielerinnen, die von den schnellen Bedingungen profitieren sollte, genau wie Madison Keys, Venus Williams und Kristina Pliskova. Auch Garbine Muguruza zählt wie bei den meisten ihrer Turnierteilnahmen zum Kreis der Favoritinnen. Nur ob sie fünf gute Matches in Folge spielen kann? Insgesamt scheint die Titelvergabe relativ offen.

Wer überrascht diese Woche? Zwei ehemalige Top 10 Spielerinnen, die nicht gesetzt sind, könnten in dieser Woche durchaus weit kommen. Ekaterina Makarova besiegte zum Auftakt schon Sabine Lisicki und ihre Bilanz gegen Zweitrundengegnerin Agnieszka Radwanska steht respektabel bei 2-4. Zwei der letzten drei Matches konnte die Russin sogar gewinnen und sollte auch hier nicht chancenlos sein. Lucie Safarova hat ebenfalls schon zwei Mal gegen Karolina Pliskova gewonnen, zuletzt im Finale des WTA-Turniers in Prag im Frühling diesen Jahres. Safarova gewann zum Auftakt gegen Vavara Lepchenko und könnte ein veritabler Stolperstein für Pliskova sein, falls diese nicht gleich ihre Bestform abrufen kann.

Wer muss aufpassen? Venus Willams hat ihren aktuellen Top 10 Status durchaus auch dem Wuhan Sieg von 2015 zu verdanken. Während die Amerikanerin nämlich in der aktuellen Weltrangliste auf Platz 7 verzeichnet wird, steht sie im Race nur auf Platz 14. Will Williams es also nach Singapur zum Jahresendturnier der besten 8 schaffen, wird sie hier wohl wieder weit kommen müssen.

Tashkent (live auf TennisTV)

Tashkent ist für viele das Paradebeispiel eines seelenlosen WTA-Turnieres, mit schwacher Besetzung und häufig vor nicht all zu vielen Zuschauern gespielt. Aber wohl auch Dank der Unterstützung des lokalen Regimes geht es jetzt in die sechste Auflage. Die Topgesetzte Johanna Larsson hat zurück gezogen, weswegen keine Top 50 Spielerin dabei ist.

Wer spielt um den Titel? Wie immer ist die Favoritenlage bei so einem – in der Spitze durchschnittlichen aber in der Breite okay besetztem – Turnier schwer auszumachen. Doch nach ihrem Sieg in Guangzhou und der Achtelfinalteilnahme bei den US Open ist Lesia Tsurenko sicherlich die erste Titelanwärterin. Die Leistungen der am höchsten in der Weltrangliste verzeichneten Kirsten Flipkens sind im Moment schwankend – mal richtig gut dann gibt es wieder eine schnelle Niederlage. Aber Chancen auf den Turniertitel hat sich durchaus.

Wer überrascht diese Woche? Die Zwillingsschwester von Karolina Pliskova, Krystyna, gewann gerade ein großes Challenger Turnier und sollte sich in absehbarer Zeit zumindest als Top 100 Spielerin etablieren können. Hier kann sie erste Schritte unternehmen, bei einer der wenigen WTA-Hauptfeldteilnahmen in diesem Jahr.

Wer muss aufpassen? Die beiden Finalistinnen der letztjährigen Ausgabe Nao Hibinio und Donna Vekic haben bisher keinen idealen Saisonverlauf genossen. Dementsprechend benötigen beide noch einige Punkte für eine sichere Australian Open Teilnahme. Hibinio hat die bessere Auslosung aber Vekic die etwas bessere Form nach ihrer Finalteilnahme beim Challenger in St-Petersburg.

ATP

Chengdu (live auf TennisTV)

Das neue 250er Turnier in China zieht ein gutes Feld an. Angeführt von Dominic Thiem sind acht Spieler aus den Top 35 dabei, inklusive des deutschen Veteranen Michael Berrer.

Wer spielt um den Titel? Wenn Thiem denn nicht zu erschöpft ist von seinem Finallauf in Metz, dann ist er neben Nic Kyrgios und Grigor Dimitrov auch einer der ersten drei Anwärter auf den Titel. Kyrgios und Thiem haben diese Saison meistens konstante Leistungen gebracht, Dimitrov ist hingegen gerade erst wieder in Form gekommen. Daher stellt sich gerade bei ihm die Frage, ob er seine gute Auslosung nutzen kann.

Wer überrascht diese Woche? Karen Khachanov hat mit Joao Sousa ein schweres Autaktlos. Aber der junge Russe hat in den letzten Wochen beeindruckend genug gespielt, so dass er eine Chance haben sollte. Khachanov war als Nummer 152 ins Jahr gestartet. Er könnte aber mit guten Resultaten in den kommenden Wochen das Jahr 2016 als einer der besten 90 Spieler der Welt abschliessen.

Wer muss aufpassen? Besagter Sousa spielt auch in 2016 wieder äußerst solide, hat jedoch in den kommenden Wochen einiges an Punkten zu verteidigen, besonders seinen Turniersieg in Valencia. Schon letzte Woche konnte er seine Finalteilnahme in St Petersburg nicht verteidigen.

 Shenzen (live auf TennisTV)

Auch das Turnier in Shenzen, immerhin schon in seinem dritten Jahr, hat ein gutes Teilnehmerfeld, angeführt vom Vorjahressieger Tomas Berdych. Dazu kommen noch David Goffin, Richard Gasquet und der St Petersburg Sieger Alexander Zverev.

Wer spielt um den Titel? Genau diese vier dürften dann auch den Titel unter sich ausmachen, wobei Berdych sicherlich die erste Favoritenrolle zufällt. Zu solide und konstant spielt der Tscheche in den meisten Wochen. Interessant zu sehen sein wird, ob Zverev nach seinem ersten Titelgewinn direkt wieder volles Tempo in Shenzen gehen kann. Wenn ihm das gelingt könnte Zverev im Halbfinale auf Tomas Berdych treffen – es wäre immerhin das vierte Aufeinandertreffen der beiden in diesem Jahr.

Wer überrascht diese Woche? Janko Tipsarevics Verletzungscomeback verlief noch nicht wie gewünscht, aber immerhin gewann der Serbe vor den US Open ein Challenger-Turnier in China. Hier nimmt er Dank seinem protected ranking teil und könnte zumindest die ersten beiden Runden überstehen.

Wer muss aufpassen? Für den Vorjahresfinalisten Guillermo Garcia-Lopez lief es bisher in 2016 noch nicht allzu gut. Gerade einmal auf Platz 79 in der Jahresrangliste steht der Spanier. Hier könnte es früh gegen Bernard Tomic gehen, obwohl dessen Tennislaunen ja kaum vorhersagbar sind. 

Wir lesen und hören uns bald wieder. Wie immer der Hinweis auf unsere neue Chip & Charge Folge, zu finden auf meinsportradio.de oder iTunes. Darüber hinaus könnt ihr uns auch stets auf Twitter folgen.

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