Die Chip & Charge Wochenvorschau #39

Wer spielt diese Woche?

Die besten Spielerinnen der Welt sind diese Woche wieder in Mannschaftsstärke unterwegs, denn mit dem Premier Mandatory in Peking findet der vorletzte Höhepunkt der Saison statt. Danach gibt es nur noch kleine Turniere bis zu den WTA Finals, die vom 23. bis 29. Oktober in Singapur stattfinden. Bei den Herren sind auch sieben der Top 10 Spieler im Einsatz und doch fehlt ohne Roger Federer, Stan Wawrinka und Novak Djokovic der allerletzte Flair. Nächste Woche beim Masters in Shanghai sollten zumindest Wawrinka und Djokovic wieder dabei sein.

Wo wird gespielt?

Das Turnier in Peking kollidiert häufig mit einem der wichtigsten chinesischen Feiertage und Urlaubswochen und sieht sich daher fluktuierenden Zuschauerzahlen ausgesetzt. Doch zumindest in den späteren Runde herrscht oft gute Stimmung und mit den absoluten Topdamen und vielen Spitzenspielern bei den Herren ist auch genug Klasse am Start. Das Herrenturnier in Tokio war einst der Höhepunkt der kurzen Asientour, doch mittlerweile wird es von den chinesischen Turnieren überstrahlt.

Was wird wichtig?

Bei den Damen geht der Blick auf zwei Geschichten – kann Angelique Kerber den Vorsprung auf Serena Williams in der Weltrangliste soweit vergrößern, dass sie schon fast sicher als Nummer 1 des Jahres 2016 nach Singapur fährt? Außerdem: Wer bringt sich in Pole Position für die letzten Plätze beim Jahresendturnier? Auch bei den Herren wird es noch mal spannend. Kann Tomas Berdych Dominic Thiem noch mal auf Platz 8 des Jahresrankings abfangen und damit anstatt des Österreichers nach London zu den World Tour Finals fahren? Oder fällt sogar Rafael Nadal aus dem Teilnehmerfeld für London?

Los geht’s…

WTA

Peking (live auf TennisTV)

Zwar hat das Turnier in Peking noch keine große Tradition. Dafür liest sich die Liste der fünf bisherigen Siegerinnen durchaus beeindruckend: Agnieszka Radwanska, Victoria Azarenka, Serena Williams, Maria Sharapova und Garbine Muguruza. In diesem Jahr fehlt von den aktiven Top 20 Spielerinnen nur Serena Williams.

Wer spielt um den Titel? Wie schon letzte Woche ist die Favoritinnenfrage weit offen. Angelique Kerber hat eine gute Auslosung, ist in der chinesischen Hauptstadt aber noch nie übers Viertelfinale hinaus gekommen und die anderen Top 10 Spielerinnen sind  alle mit Fragezeichen behaftet. Garbine Mugurza ist vielleicht die neue Petra Kvitova, die gewann ja immerhin gerade in Wuhan. Simona Halep ist seit Monaten konstant in ihren Resultaten war das aber in der Vergangenheit nicht unbedingt beim Turnier in Peking und Agnieszka Radwanska verliert meist doch vor dem Titelgewinn. Auch Karolina Pliskova, Madison Keys und Svetlana Kuznetsova stolpern oft früher als ihre Ranglistenposition es vermuten lassen würde.

Wer überrascht diese Woche? Es wäre schon fast keine Überraschung mehr, aber die Auslosung meint es mit Caroline Wozniacki so gut, dass es auch dieses Mal bis ins Halbfinale gehen könnte. Nach den ersten acht Monaten der Saison wäre eine solche Konstanz dann irgendwie doch bemerkenswert. Härteste Gegnerinnen in Wozniackis Viertel sind wohl Agnieszka Radwanska und Dominika Cibulkova.

Wer muss aufpassen? Die Finalistinnen aus dem letzten Jahr sind beide ausser Tritt geraten. Garbine Muguruza hat seit ihrem French Open Sieg gerade einmal zehn Matches gewonnen und Timea Bacsinszky seit ihrem Viertelfinaleinzug beim selben Turnier nur sieben Matches. Mugruza kann jederzeit aufblühen, Bacsinszky wird nach ihrer krankheitsbedingten Aufgabe in Wuhan schauen müssen, wie viel geht.

ATP

Tokio (live auf TennisTV)

Das 500er Turnier wird seit mehr als 40 Jahren ausgetragen und Grand Slam Champions bevölkern die Siegerliste – von John McEnroe bis Roger Federer. Mittlerweile hat das andere 500er Turnier in Peking dem in Tokio allerdings etwas den Rang abgelaufen.

Wer spielt um den Titel? Kei Nishikori ist sicherlich erster Favorit auf den Titel, war in Tokio immerhin auch schon zwei Mal siegreich und hat einen guten Sommer gespielt. Dazu sind drei der vier Hauptkonkurrenten – Tomas Berdych, Gael Monfils und Nick Kyrgios –  in der unteren Hälfte zu finden.

Wer überrascht diese Woche? Kevin Anderson hat nach seinen Schulterverletzungen zum Jahresbeginn immer noch nicht an seine Form von 2015 anschliessen können. Aber seine Resultate in den letzten Wochen waren respektabel und hier könnte er zumindest die ersten beiden Runden überstehen, auch wenn – der zur Zeit selbst etwas formschwächere – David Goffin ein unangenehmer Gegner in einer potentiellen zweiten Runde wäre.

Wer muss aufpassen? Um Benoit Paire ist es abseits seines Rauswurfes bei Olympia relativ ruhig geworden. Das liegt vor allem auch an den fehlenden Siegen. Hier hat er ein Finale aus dem Vorjahr zu verteidigen, aber mit Marin Cilic einen ganz schweren Auftaktgegner. Werden die Resultate in den nächsten Wochen nicht besser, könnte der Franzose bis zum Jahresende sogar aus den Top 50 fallen.

Peking (live auf TennisTV)

In den Vorjahren hat Novak Djokovic hier stets seine Asiensaison begonnen und insgesamt sechs Mal den Titel gewonnen. Der Weltranglistenerste setzt in 2016 aus, aber auch so haben die Veranstalter ein gutes Feld zusammen gebracht. Alle acht Gesetzten sind in den Top 20 der Weltrangliste zu finden.

Wer spielt um den Titel? Hinter allen drei Topgesetzten stehen Fragezeichen. Andy Murray ging zuletzt bei den US Open und im Davis Cup die Puste aus, Rafael Nadal kann die engen Matches immer noch nicht konstant gewinnen und Milos Raonic sitzt auf einmal in einem tiefen Loch. Einer von Dreien sollte trotzdem am Ende siegreich sein, auch wenn Nadal sich vermutlich einen anderen, möglichen Viertelfinalgegner als Lucas Pouile gewünscht hätte.

Wer überrascht diese Woche? Noch hat Alexander Zverev kein ATP-Match gegen Dominic Thiem gewonnen. Drei Mal unterlag er ihm im Frühling diesen Jahres auf Sand. Mittlerweile ist Thiems Motor etwas ins Stottern geraten während Zverev gerade seinen ersten Titel holte. Sollte Zverev gegen Thiem gewinnen, dürfte er durchaus Chancen aufs Halbfinale haben. UPDATE: Es gibt sogar die Möglichkeit das Thiem gar nicht antritt.

Wer muss aufpassen? Fabio Fognini wird sich strecken müssen, will er das Jahr noch in den Top 50 beenden. Hier hat er Halbfinalpunkte aus 2015 zu verteidigen. Um dieses Mal so weit zu kommen, müsste Fognini laut Setzliste Victor Troicki, David Ferrer und Dominic Thiem schlagen. Ein durchaus anspruchsvolles Programm.

Wir lesen und hören uns bald wieder. Wie immer der Hinweis auf unsere neue Chip & Charge Folge, zu finden auf meinsportradio.de oder iTunes. Darüber hinaus könnt ihr uns auch stets auf Twitter folgen.

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