Die Chip & Charge Wochenvorschau #43

Wer spielt diese Woche?

Die Topherren sind zwar in Mannschaftsstärke beim letzten Masters des Jahres in Paris Bercy dabei. Aber wie so häufig in Bercy ist das Feld etwas dezimiert. Alleine aus den Top 10 fehlen drei Spieler: Rafael Nadal, Roger Federer und Gael Monfils. Bekanntlich sind auch Alexander Zverev und Nick Kyrgios nicht am Start. Die Top 10 der Damen haben sich fast alle in den Urlaub verabschiedet. Nur Johanna Konata spielt bei der Elite Trophy in Zhuhai. Dort geht es noch mal um Geld und Punkte für 12 der Spielerinnen, die das Jahresendturnier in Singapur verpasst haben.

Wo wird gespielt?

Das Turnier in Paris wird in Deutschland vor allem mit den Siegen von Boris Becker assoziiert und durchläuft ob des schwankenden Teilnehmerfeldes immer mal wieder kleine Krisen. Die vor einigen Jahren eingeführte einwöchige Pause zwischen Paris und den ATP Finals hat dem Turnier auf jeden Fall sichtlich gut getan. Die Veranstalter in Zhuhai haben für die Elite Trophy ein ziemlich schickes Stadion errichtet. Die Elite Trophy findet immerhin noch bis 2019 in der südchinesischen Stadt statt.

Was wird wichtig?

Andy Murray hat letzte Woche Vorarbeitet geleistet, jetzt kann er mit Unterstützung von Novak Djokovic zum Früchte ernten antreten. Murray muss in dieser Woche in Paris Bercy gewinnen, und hoffen dass Djokovic nicht das Finale erreicht. Dann übernimmt er zumindest bis zum Ende der ATP Finals den Spitzenplatz. Selbst wenn es Murray in dieser Woche nicht schafft, sollte er vor der Sandplatzsaison im kommenden Frühjahr noch ein paar Chancen erhalten endlich die Nummer 1 der Welt zu werden.

Los geht’s…

ATP

Paris (live auf TennisTV und Sport1+)

Zwei große Fragen werden die Woche in Paris bestimmen: Übernimmt Murray den Tennisthron? Und wer bucht das letzte Ticket nach London? Es finden sich nicht allzu viele Übersichten online, die zeigen welche Spieler sich noch unter welchen Voraussetzungen für London qualifizieren können. Die beste ist diese hier. Hoffen wir, dass der fleißige Autor die Schrift noch etwas vergrößert. Ansonsten bleiben wohl nur Wikipedia und das tagesaktuelle Race.

Wer spielt um den Titel? Wie fast immer in dieser Saison gibt es zwei Topanwärter auf den Titel, Novak Djokovic und Andy Murray. Beide haben eine durchaus anspruchsvolle Auslosung, aber das ist bei einem Masters Turnier auch nicht anders zu erwarten. Djokovic kann schon früh auf Grigor Dimitrov treffen. Auch Goffin oder Wawrinka wären unangenehme Gegner später im Turnier. Sollte Djokovic noch so gar nicht in Form sein, wäre sogar eine mögliche zweite Runde gegen Gilles Muller durchaus anspruchsvoll. Murray findet sich in einem Viertel mit Fernando Verdasco, Lucas Pouille und Tomas Berdych – alles Gegner, die er eigentlich fest im Griff hat. Im Halbfinale könnten Milos Raonic, Kei Nishikori oder Jo-Wilfried Tsonga warten. Sie alle können Murray schlagen. Der Brite wäre aber trotzdem der klare Favorit.

Wer überrascht diese Woche? Richard Gasquet findet sich in einem Viertel mit Dominic Thiem, Stan Wawrinka und David Ferrer. Zumindest gegen Thiem und Wawrinka hat Gasquet eine leichte Führung im direkten Vergleich. Gegen Ferrer hat Gasquet bisher nur drei von zwölf Maltches gewonnen, allerdings ist noch nicht klar, wie fit Ferrer denn nach seiner Aufgabe in Wien ist. Also durchaus eine Chance für Gasquet das Halbfinale beim letzten Masters des Jahres zu erreichen.

Wer muss aufpassen? Schon früh könnten zwei Spieler aufeinandertreffen, die hier letztes Jahr ordentlich Punkte einheimsten. David Ferrer stand 2016 im Halbfinale, John Isner immerhin im Viertelfinale. Ferrer hat dieses Mal ein Freilos in der ersten Runde und würde dann auf den Sieger aus Misha Zverev und John Isner treffen. Ferrer wird das Jahr vermutlich doch noch in den Top 20 beenden. Für Isner wird es ganz knapp, wenn es darum geht noch auf der Setzliste für die Australian Open zu landen. Im Moment steht er auf Platz 33 im Jahresranking.

WTA

Zhuhai (live auf TennisTV)

Die kleine Schwester des Jahresendturnieres verteilt immerhin auch bis zu 700 Punkte an die Siegerin. Damit könnte die ein oder andere Spielerin noch im letzten Moment den Sprung in die Top 10 schaffen. Caroline Wozniacki hat abgesagt. Davon ab sind jene 12 Spielerinnen dabei, die im Race to Singapore auf den Plätzen 10 bis 21 standen. Dazu kommt noch die Wildcard Zhang Shuai.

Wer spielt um den Titel? Die Titelvergabe scheint weit offen. Wer ist noch komplett motiviert, wer ist fit und wer kommt mit den Bedingungen klar? Immerhin hat der ziemlich gute Twitter Feed des Turnieres uns die Fleißarbeit abgenommen und den direkten Vergleich aller Teilnehmerinnen gegeneinander rausgesucht. Die Form spricht sicherlich für Petra Kvitova und Elena Svitolina während es die Auslosung relativ gut mit Carla Suarez-Navarro meint. Die große Unbekannte ist Joe Konta. Von allen Teilnehmerinnen hatte sie die beeindruckendste Saison. Aber hat die Britin ihre Bauchmuskelverletzung überwunden, die verhinderte, dass sie noch um den letzten Platz beim Jahresendturnier in Singapur kämpfen konnte?

Wer überrascht diese Woche? Eigentlich kann jede Spielerin realistischerweise das Turnier gewinnen. Eine Spielerin die ein vergleichsweise gute Auslosung hat ist Roberta Vinci, die klar im direkten Vergleich gegen Babora Strycova führt und auch schon drei Mal gegen ihre andere Gruppengegnerin Petra Kvitova gewonnen hat. Elena Vesnina führt immerhin mit 2-1 im direkten Vergleich gegen ihren Gruppenkopf Elena Svitolina, könnte es als auch Richtung Halbfinale schaffen.

Wer muss aufpassen? Aus dem Vorjahr sind nur zwei Spielerinnen dabei, Roberta Vinci und Elena Svitolina. Beide haben nicht sonderlich viele Punkte zu verteidigen. Der Rest der Teilnehmerinnen von 2015 hat entweder den Aufstieg zu den WTA Finals geschafft (Madison Keys, Svetlana Kuznetsova und Karolina Pliskova) oder ist im Ranking nach unten gepurzelt (Jelena Jankovic, Andrea Petkovic und Anna Karolina Schmiedlova).

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