Die Chip & Charge Wochenvorschau #1/2017

Auch im neuen Jahr ist die Wochenvorschau wieder zurück. Es kann sein, dass wir in den nächsten Wochen und Monaten ein paar Veränderungen  vornehmen. Aber vorläufig bereiten wir euch hier – wie aus 2016 gewohnt – auf die kommende Tenniswoche vor. Zusammenfassungen und Zwischenrufe gibt es nach wie vor und en masse bei meinsportradio.de zu hören.

Wer spielt diese Woche?

Alle großen Namen, so sie denn nicht verletzt, gesperrt oder schwanger sind, nutzen die erste Woche als Vorbereitung für die Australian Open. Selbst Roger Federer ist nach sechsmonatiger Pause zurück, tritt aber nicht bei einem regulären Turnier an. Stattdessen nimmt Federer am Hopman Cup teil. Wie auch Andrea Petkovic und Alexander Zverev, die den DTB in Perth vertreten.

Wo wird gespielt?

Den Hopman Cup eingerechnet, geht das Tennisjahr 2017 an sieben Orten los. Mit Doha, Chennai und Auckland sind drei Turniere dabei, die sich in den letzten zwanzig Jahren als feste und wichtige Stopps auf der Tour etabliert haben. Brisbane ist mittlerweile der erste Anlaufpunkt in Australien abseits der Australian Open. Häufig ziehen die Veranstalter an der Goldküste die absolute Topspieler und Topspielerinnen an.  In diesem Jahr verteilen sich die größten Namen allerdings etwas weitläufiger über den Rest der Touglobuses.

Was wird wichtig?

In die ersten Resultate des Jahres sollte natürlich nicht zu viel herein gelesen werden. Aber einige interessante Ein- und Ausblicke dürften wir über die nächsten Tage schon erhalten: Wie startet Angelique Kerber in ihr erstes Jahr als Gejagte? Wie kommen Serena Williams, Roger Federer und Rafael Nadal von ihren Verletzungen zurück und wie steht es um die Form von Novak Djokovic und Andy Murray? Gibt es junge Spieler und Spielerinnen, die erste Schritte zum ganz großen Durchbruch nehmen und wie steht es um Lucas Pouille, Naomi Osaka und Elena Svitolina, drei die an der Tür zu Großem klopfen?

Los geht’s…

WTA

Brisbane (live auf DAZN und Sport1+)

Auch wenn außer Angelique Kerber die allergrößten Namen fehlen, wartet das Premier Turnier dieses Jahr wieder mit einer exquisiten Besetzung auf. Neben Kerber ist mit Laura Siegemund eine weitere DTB-Spielerin dabei.

Wer spielt um den Titel? Die ersten sechs Spielerinnen auf der Setzliste – mit Kerber angefangen – dürften den Sieg unter sich aus machen. Die Favoritinnen verteilen sich gut durch das Feld, trotzdem könnte Kerber mit Elena Svitolina und Karolina Pliskova schon im Viertelfinale und Halbfinale auf zwei Spielerinnen treffen, die in diesem Jahr auch um große Titel mitspielen können.

Wer überrascht diese Woche? Die Erwartungen gerade zum Jahresbeginn werden groß sein für Dominika Cibulkova. Kann sie – ähnlich wie Kerber im letzten Jahr – durchstarten und in 2016 sogar ihren ersten Grand Slam Titel gewinnen? Die Auslosung meint es gut mit ihr. Doch mit Elena Vesnina könnte im Viertelfinale eine Gegnerin warten, die im direkten Vergleich mit 4-3 führt. Vesnina musste im zweiten Halbjahr 2016 nur wenige unnötige Niederlagen einstecken und könnte dementsprechend in Brisbane weit kommen.

Wer muss aufpassen? Samantha Crawford war hier letztes Jahr überraschend als Qualifikantin ins Halbfinale eingezogen. Auch dieses Mal musste die Amerikanerin durch die Qualifikation, schied jedoch in der ersten Runde gegen eine australische Juniorin aus. Die Rückkehr in die Top 100 dürfte damit für die schlaggewaltige 20-jährige erst Mal schwer werden.

Auckland (live auf  Sport1+)

In der Tiefe ist das Turnier in der neuseeländischen Millionenstadt nicht so gut besetzt wie das Brisbane International. Dafür konnten die Veranstalter beide Williams Schwestern verpflichten. Annika Beck, Julia Görges und Antonia Lottner sind auch dabei.

Wer spielt um den Titel? Wie immer, gerade bei einem Turnier dieser Kategorie, ist Serena Williams die Favoritin. Doch weiß wohl nicht mal die 35-jährige selbst wie es um die eigene Fitness bestellt ist, nachdem Williams seit den den US Open nicht mehr gespielt hat. Serena kann gegen einige Spielerinnen im Feld verlieren, doch realistische Chancen haben wohl nur ihre Schwester Venus, Caroline Wozniacki und Naomi Osaka.

Wer überrascht diese Woche? Ein gutes Abschneiden von Naomi Osaka wäre keine Überraschung per se. Doch die junge Japanerin hat eine durchaus anspruchsvolle Auslosung. Annika Beck, Venus Williams, Anna Konjuh und Caroline Wozniacki – so könnte der Weg Richtung Finale aussehen. Übersteht Osaka diesen Parcours hat sie die erste Ansage fürs Jahr gemacht.

Wer muss aufpassen? Im letzten Jahr stand Julia Görges in Auckland im Finale. Dieses Mal geht es zum Auftakt gegen Anastasia Pavlyuchenkova und selbst wenn Görges sich hier durchsetzt, könnte im Viertelfinale Wozniacki warten. Görges würde selbst bei frühem Abschneiden keinen großen Absturz in der Weltrangliste hinlegen. Aber die Punkte aus Auckland waren bisher ein nettes Polster.

Shenzen (nicht live zu sehen)

Das einzige Turnier mit zwei Top4 Spielerinnen – Agnieszka Radwanska und Simona Halep – hat auch sonst ein interessantes Feld. Keine DTB-Spielerin ist in der südchinesischen Stadt dabei.

Wer spielt um den Titel? Die drei Top 10 Spielerinnen, neben Halep und Radwanska ist auch noch Joe Konta dabei, sind erste Anwärterinnen auf den Sieg. Sowohl Halep als auch Radwanska haben machbare Auslosungen, wobei Halep nicht nur Konta in ihre Hälfte gelost bekommen hat, sondern zum Auftakt gleich auf Jelena Jankovic trifft.

Wer überrascht diese Woche? Kristyna Pliskova muss sofort gegen Anastasia Sevastova ran. Doch der vermutlich abermals schnelle Belag dürfte ihr entgegen kommen. Zwar findet sich Joe Konta im Viertel von Pliskova und Sevastova. Aber hat die Britin eine turbulente off season hinter sich -Verletzung, Trennung vom Coach und der Tod des Menaltrainers. Das dritte Viertel der Auslosung könnte also durchaus offen sein.

Wer muss aufpassen? Alison Riske hatte ihre besten Resultate in 2016 zum Auftakt und Ende des Jahres. Hier in Shenzhen stand sie im Finale, verlor damals gegen Agnieszka Radwanska. Gegen die könnte es dieses Mal schon im Viertelfinale gehen. Aber auch in der zweiten Runde könnte mit Tsvetana Pirkonkova eine weitere gefährlichere Spielerin warten, die sich genau so wohl fühlt auf schnellen Belägen wie Riske.

ATP

Brisbane (live auf Eurosport und TennisTV)

Roger Federer, Novak Djokovic und Andy Murray spielen anderswo, doch haben sich die Veranstalter in Brisbane immerhin Rafael Nadal und Stan Wawrinka gesichert. Mischa Zverev steht als bisher einziger DTB-Spieler im Hauptfeld.

Wer spielt um den Titel? Zwar sind Nadal und Wawrinka die ganz großen Namen, doch leichter Favorit dürfte Milos Raonic sein. Der Kanadier gewann hier in letzten Jahr, nutzte die relativ schnellen Bedingungen und präsentierte sich zuletzt beim Jahresendeturnier in guter Form. Schon im Viertelfinale könnte es allerdings gegen Nadal gehen, gegen den die Bilanz bisher bei mageren 1-6 steht. Auch Kei Nishikori sollte bei seiner feinen Auslosung nicht unterschätzt werden.

Wer überrascht diese Woche? Mittlerweile haben ihn die meisten auf dem Schirm, hier könnte Lucas Pouille einen guten Start ins Jahr hinlegen. Zwar trifft Pouille zum Auftakt auf Gilles Simon und im Viertelfinale könnte Wawrinka warten. Doch bei der Form, die der Franzose im zweiten Halbjahr 2016 zeigte, sind die beiden sicherlich keine unüberwindbaren Hürden.

Wer muss aufpassen? Der Vorjahresfinalist Roger Federer tritt in diesem Jahr beim Schauturnier Holmann Cup an. Wenn es schlecht für den Schweizer läuft, dann kann er in dieser Woche in der Weltrangliste von Platz 16 verdrängt werden. Das würde unter Umständen eine noch unglücklichere Auslosung bei den Australian Open zur Folge haben.

Doha (live auf TennisTV)

Die beiden besten Spieler der Welt sind dabei. Doch hinter Murray und Djokovic ist das Turnier etwas dünn besetzt. Immerhin vier DTB-Akteure finden sich im Tableau – Philipp Kohlschreiber, Florian Mayer, Dustin Brown und Jan-Lennard Struff (für den es gleich gegen Djokovic geht)

Wer spielt um den Titel? Wenn der Sieger am Ende der Woche nicht Djokovic oder Murray hieße, die erste große Überraschung des Jahres wäre in Doha passiert. Die Auslosung meint es ein bisschen besser mit Djokovic, hat Murray doch Tomas Berdych und Jo-Wilfried Tsonga in seiner Hälfte. Dafür könnte es für Djokovic im Halbfinale gegen Ivo Karlovic gehen. Der Kroate hat als einer der wenigen Spieler auf der Tour eine positive Bilanz gegen Djokovic (3-1).

Wer überrascht diese Woche? Philipp Kohlschreiber hat in der Vergangenheit in Doha keine großen Erfolge gefeiert. Doch dieses Jahr hat der Kitzbühler nicht nur eine gute Auslosung, er hat sich in den direkten Duellen mit seinem möglichen Viertelfinalgegner Murray meist gut verkauft. Kohlschreiber ist nicht bekannt dafür Siege gegen große Spieler zu feiern. Aber er könnte dem Weltranglistenersten zumindest das Leben schwer machen .

Wer muss aufpassen? Ilya Marchenko ist ein tüchtiger Arbeiter und steht deswegen unter den Top 80 der Weltrangliste. Doch die meisten Erfolge des Ukrainers kommen auf der Challenger Tour. Nur in Doha konnte er letztes Jahr ein beachtliches ATP Resultat einstrichen. Dieses Mal geht es jedoch zum Auftakt gegen Ivo Karlovic.

Chennai (live auf TennisTV)

Dem Turnier in Indien ist die Hauptattraktion, Stan Wawrinka abhanden gekommen. Dafür ist Marin Cilic dabei, der hier immerhin in 2009 und 2010 schon in Chennai gewann. Kein DTB-Spieler steht im Hauptfeld.

Wer spielt um den Titel? Neben Cilic kann auch der an zwei gesetzte Roberto Bautista-Agut realistische Ansprüche auf den Titelgewinn anmelden. Keiner der beiden Favoriten muss sich mit einer zu anspruchsvollen Auslosung herum plagen. Im direkten Duell führt Cilic mit 2-1. Doch bei den Australian Open 2016 gewann der Spanier in drei Sätzen.

Wer überrascht diese Woche? Martin Klizan ist talentiert und unstet. Letztes Jahr gewann der Slowake zwei 500er-Titel, legte darüber hinaus aber eine maue Saison hin. Hier könnte es durchaus weiter gehen, obwohl im Viertelfinale ein noch umkonstanterer Spieler warten könnte, Benoit Paire.

Wer muss aufpassen? Vor einem Jahr erreichte Borna Coric in Chennai das Finale, danach stotterte der Motor im Laufe des Restjahres häufig. Die letzten Wochen musste der 20-jährige dann wegen einer Verletzung aussetzen. Verliert er seine Finalpunkte aus dem Vorjahr ist dies kein Drama. Aber der junge Kroate will sicherlich schon zum Jahresauftakt zeigen, dass 2016 sein Durchbruchsjahr wird.

Wir wünschen euch einen tollen Rutsch und einen ebenso guten Jahresauftakt. Wir lesen uns nächste Woche mit der zweiten Ausgabe. Bis dahin könnt ihr dem aktuellen Geschehen natürlich auf unserem Twitter-Account folgen.

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