Die Chip & Charge Wochenvorschau #2/2017

Wer spielt diese Woche?

Es ist das gewohnte Bild in der Woche vor den Grand Slams. Bei den Damen sind viele Spitzenspielerinnen im Einsatz, dieses Mal unter anderem Angelique Kerber. Die meisten Herren bevorzugen hingegen die Vorbereitung direkt vor Ort. Die Ausnahme ist Dominic Thiem. Auch in 2017 spielt der Österreicher viel und gerne. Nach seinem Viertelfinaleinzug in Brisbane ist Thiem dieses Mal der Topgesetzte in Sydney. Eine durchaus viel genutzte Alternative war in vorherigen Jahren das Schauturnier Kooyong Classic auf der alten Australian Open Anlage.  Doch dieses Mal konnten die Veranstalter mit David Goffin nur einen Top-10 Spieler verpflichten.

Wo wird gespielt?

Die Tour ist komplett nach Ozeanien weitergezogen. Die Herren treten in Auckland und Sydney an, zwei Turniere, die es schon seit mehr als 40 Jahre gibt. Auch die beiden Damenverstaltungen, ebenfalls in Sydney und in Hobart halten sich seit mehr als zwei Jahrzehnten. Der Centre Court in Hobart hat übrigens eine der nettesten Aussichten auf der Tour. In Vorjahren hat sich das Turnier auch mit sehr feiner Medienarbeit auf YouTube hervor getan. Doch mittlerweile hat der Kanal seit zwei Jahren kein Update mehr gesehen.

Was wird wichtig?

Es ist jedes Mal aufs Neue schwierig einzuschätzen wie wichtig die letzte Woche vor einem Grand Slam denn ist – gerade für die Stars. Die Gesundheit geht schließlich vor. Trotzdem haben wir gerade bei den Damen in Sydney oft Titelträgerinnen gesehen, die dann bei den Australian Open um den Sieg mitspielten. Zu den Gewinnerinnen der letzten fünf Jahre gehörten unter anderem Svetlana Kuznetsova, Agnieszka Radwanska, Victoria Azarenka und Petra Kvitova.

Los geht’s…

WTA

Sydney (live auf DAZN und Sport1+)

Dafür dass das Turnier direkt in der Woche vor den Australian Open stattfindet, ist die Besetzung mal wieder erstaunlich gut. Die acht gesetzten Spielerinnen finden sich alle in den Top 16 der Weltrangliste. Neben Angelique Kerber ist mit Laura Siegemund auch eine weitere DTB-Spielerin dabei.

Wer spielt um den Titel? Die dichte Auslosung könnte eine kleine Vorschau auf den Rest des WTA-Jahres geben. Fast jede der Spielerinnen – inklusive der Favoritinnen – kann zum Auftakt ausscheiden aber auch das Turnier gewinnen. Agnieszka Radwanska zeigte sich in der letzten Woche nicht in der besten Form. Doch hier hat sie mit Caroline Wozniacki und Karolina Pliskova zwei Gegnerinnen in der eigenen Hälfte, gegen die es zuletzt gut lief. Auch auf Kerber könnten mit Daria Kasatkina, Daria Gavrilova, Joe Konta, Dominika Cibulkova und Svetlana Kuznetsova Gegnerinnen aus der Kategorie unangenehm warten. Aber die Weltranglistenerste ist trotzdem  in der oberen Hälfte die Favoritin auf den Finaleinzug.

Wer überrascht diese Woche? Belinda Bencic spielte beim Hopman Cup meist erfolgreiches und selbstbewusstes Tennis. Nach den vielen Verletzungen aus dem Vorjahr und dem folgenden Absturz im Ranking ist das durchaus erwähnenswert. Zwar hat Bencic das bisher einzige Match gegen Auftaktgegnerin Yulia Putintseva verloren. Aber Bencic sollte sich hier durchsetzen und auch gegen die mögliche Zweitrundengegnerin Elina Svitolina gute Chancen haben.

Wer muss aufpassen? Monica Puig hat seit ihrem Olympiasieg eine Bilanz von 4-6. Das sagt nicht unbedingt etwas über die Zukunft der 23-jährigen aus. Die Puerto Ricanerin hat allerdings viele Punkte in den kommenden Monaten zu verteidigen, unter anderem ihren Finaleinzug aus dem Jahr 2016 hier in Sydney. Puig trifft in der ersten Runde auf Elina Svitolina. Gegen die Ukrainerin verlor Puig schon in der letzten Woche in Brisbane. Chancenlos ist Puig nicht. Aber eine andere Gegnerin zum Auftakt hätte sie sich wohl schon gewünscht.

Hobart (nicht live zu sehen)

Das Turnier ist schon vor dem Start ordentlich durchgeschüttelt worden. Drei Spielerinnen zogen nach der Auslosung zurück, darunter auch Julia Görges. So sind Annika Beck und Andrea Petkovic die einzigen DTB-Spielerinnen  im Tableau.

Wer spielt um den Titel? Wie schon Sydney ist auch das Turnier in Tasmanien sehr ausgeglichen besetzt. Die Topgesetzte Kiki Bertens gehörte in der off-season zu den besten Spielerinnen bei der Schauliga IPTL. In der letzten Woche verlor sie in der ersten Runde von Auckland gegen die spätere Siegerin Lauren Davis. Die Form der Holländerin ist oft volatil. Aber hier könnte sie eine gute Auslosung zumindest zum Finaleinzug nutzen. Gegen Auftaktgegnerin Annika Beck hat Bertens noch keines ihrer fünf Matches verloren. In der unteren Hälfte fällt vor allem der Name Ana Konjuh auf. Das Potential der Kroatin ist enorm, die Ergebnisse aber schwankend. Letzte Woche stand Konjuh im Finale von Auckland. Hier hat sie abseits der möglichen Zweitrundengegnerin Lucie Safarova eine gute Auslosung erwischt.

Wer überrascht diese Woche? Lesia Tsurenko war eine der Formspielerinnen des Herbstes 2016. Die Ukrainerin war zum Jahresauftakt nicht dabei. Hier trifft sie in der ersten Runde auf Johanna Larsson. Gegen die Schwedin gab es zwar bisher zwei Niederlagen für Tsurenko. Allerdings liegen die schon einige Zeit zurück. In der zweiten Runde könnte Alize Cornet warten, die nach ihrer guten Woche in Brisbane allerdings erschöpft sein dürfte. Also durchaus gute Voraussetzungen für Tsurenko auch in 2017 erfolgreiches Tennis zu spielen.

Wer muss aufpassen? Anastasia Sevastova, hier an Position zwei gesetzt, erntet zur Zeit die Früchte des sehr guten Jahres 2016. Doch seit dem Achtelfinaleinzug bei den US Open hat die Lettin nur noch eines von sieben Matches gewonnen. Letzte Woche gegen Kristyna Pliskova setzte es eine Auftaktniederlage. Auch dieses Mal könnte es schon ein frühes Aus geben. Denn Shelby Rogers spielte in Brisbane ansprechendes Tennis, besiegte Eugenie Bouchard und zwang Elina Svitolina tief in einen dritten Satz.

ATP

Sydney (live auf Eurosport und TennisTV)

Dominic Thiem ist der einzige Top 20 Spieler im Tableau. Davon ab fehlt es dem Turnier in der ehemaligen Olympiastadt an den ganz großen Namen. Allerdings sind mit Florian Mayer, Mischa Zverev und Philipp Kohlschreiber drei DTB-Spieler dabei.

Wer spielt um den Titel? Thiem sollte sicherlich den Anspruch haben das 250er Turnier zu gewinnen. Nicht nur hat der Österreicher ein Freilos in der ersten Runde, auch die möglichen Gegner sind nicht zu anspruchsvoll. Härtester Test könnte ein mögliches Halbfinale gegen Pablo Carrero-Busta werden. Zwar führt Thiem gegen den Spanier im direkten Duell mit 4-1. Jedoch ging jedes der fünf Matches über mindestens drei Sätze.

Wer überrascht diese Woche? Thanasi Kokainakis galt im Jahr 2015 zurecht als ein Talent der Güteklasse Nick Kyrgios und Alexander Zverev. Doch das letzte Jahr musste der junge Australier fast komplett mit einer Schulterverletzung aussetzten. Letzte Woche feierte er in Brisbane an der Seite von Jordan Thompson sein  erfolgreiches Comeback im Doppel. Die beiden erreichten das Finale. Hier in Sydney bei der Rückkehr auf die Einzeltour geht es nun gegen Thompson. Danach würde Philipp Kohlschreiber oder Fabio Fognini warten.

Wer muss aufpassen? Gilles Muller hat im letzten Jahr konstant gute Resultate geliefert. Diese Woche hat er sein erstes Halbfinale des Jahres zu verteidigen. In Brisbane verlor Muller in der ersten Runde gegen Jared Donaldson und auch hier könnte früh Schluss sein. Im ersten Match wartet Alexandr Dolgopolov, danach könnte es gegen Kyle Edmund gehen. Der junge Brite spielt weiterhin konstant gutes Tennis und dürfte in diesem Jahr in die Top 30 einziehen.

Auckland (live auf TennisTV)

Die ASB Classic ziehen regelmäßig spanische Spitzenspieler an. Auch in diesem Jahr sind vier der acht Topgesetzten aus Spanien. Dustin Brown, mit einer Wildcard ausgestattet, ist der einzige DTB-Spieler im Hauptfeld.

Wer spielt um den Titel? Sollte er nicht erschöpft sein, ist Roberto Bautista-Agut auch in dieser Woche wieder der erste Favorit auf den Titel. Der Spanier arbeitet auch im Jahr 2017 wieder erfolgreich seine Gegner vom Platz. Zwei Namen die darüber hinaus heraus stechen sind John Isner und Jack Sock. Isner hat in diesem Jahr noch kein Match bestritten, erreichte bei seinem letzten Auftritt, dem Masters in Paris im November, allerdings das Finale. Sock überzeugte beim Hopman Cup und stand hier letztes Jahr im Finale.

Wer überrascht diese Woche? Karen Khachanov verlor zwar letzte Woche in zwei engen Sätzen gegen Ivo Karlovic. Aber der junge Russe hat sich in den letzten Wochen gesteigert. Die Auslosung mit Yen-Hsun Lu zum Auftakt und einer möglichen zweiten Runde gegen Steve Johnson ist nicht einfach, aber durchaus machbar für den 20-jährigen.

Wer muss aufpassen? David Ferrer sollte eigentlich mindestens sein Halbfinale aus dem Vorjahr verteidigen, gerade weil seine Auslosung nicht sonderlich hart ist. Doch letzte Woche verlor Ferrer gegen Jordan Thompson. In den kommenden Wochen hat Ferrer unter anderem das Viertelfinale bei den Australian Open zu verteidigen. Will er nicht weiter im Ranking fallen, kann Ferrer ein gutes Resultat hier in Auckland also gut gebrauchen.

Wir lesen uns nächste Woche wieder zum Start der Australian Open. Von dort gibt es dann auch wie gewohnt unsere tägliche Audiozusammenfassung mit Ergebnissen, Analysen und Stimmen. Bis dahin könnt ihr dem aktuellen Geschehen wie immer auf unserem Twitter-Account folgen.

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