Vorschau Davis Cup Achtelfinale Februar 2017

Es ist immer noch ungewohnt – aber die erste Runde des Davis Cups findet in der Tat wieder direkt im Anschluss an die Australian Open statt. Auch dieses Mal werden wir bei Chip & Charge das ganze Wochenende live berichten, aus der Fraport Arena in Frankfurt wo Deutschland auf Belgien trifft.

Zur Vorbereitung eine Übersicht aller acht Erstrundenbegegnungen. Wie auch in den letzten Jahren setzten viele der Spitzenspieler aus. Ob wir allerdings schon mal eine erste Runde im Davis Cup gesehen haben bei der nur ein Top 10 Spieler, in diesem Fall Novak Djokovic, im Einsatz war?  Schon bei der zweiten Runde im April könnte sich zeigen, ob wir es hier mit einem Trend zu tun haben. Wenn dem so sein sollte, dürften wir wirklich einen so offenen Wettbewerb wie schon lange nicht mehr erleben.  Doch erst Mal volle Konzentration auf die kommenden Tage:

Argentinien – Italien 

Der Titelverteidiger Argentinien spielt zwar zu Hause, allerdings ohne Juan Martin del Potro, der seine Saison erst in Delray Beach beginnt. Nach del Potros Absage ist erstaunlicherweise Paolo Lorenzi der am höchsten in der Weltrangliste verzeichnete Spieler der Begegnung. Die Italiener haben nicht nur den nominell besten Spieler im Team, sondern sind auch breiter aufgestellt als der Gastgeber. Allerdings haben die Argentinier schon in den vergangenen Jahren oft mehr erreicht, als auf dem Papier möglich erschien. Trotzdem sollten die Italiener das Doppel gewinnen und mindestens zwei der vier Einzel. Der Sieger trifft übrigens auf das deutsche Team, so es sich denn gegen Belgien durchsetzt.

Deutschland – Belgien

Wir sprechen in der heutigen Ausgabe unseres Dailies noch ausführlicher über die Auslosung. Aber mit der Nominierung von Artur de Greef als zweiten Einzelspieler überraschten die Belgier nicht nur das deutsche Team. Die Devise des Finalisten von 2015 lautet wohl: Alle Konzentration aufs Doppel, angeführt vom besten Doppelspieler Ruben Bemelmans. Darcis und vielleicht Bemelmans am Sonntag gegen Kohlschreiber müssten dann zwei weitere Punkte holen. Es gibt eine kleine Chance, dass sich die Theorie auch in die Praxis umsetzen lässt. Aber natürlich geht das DTB-Team als klarer Favorit ins Frankfurter Wochenende.

Australien – Tschechien

Nachdem Tomas Berdych absagte, liegt der Vorteil relativ klar bei den Australiern. Ist Nick Kyrgios nicht noch angeschlagen, sollte er beide Einzel gewinnen. Denn die Tschechen spielen im Einzel mit Jiri Vesely und Jan Sakral. Vesely kann richtig feine Tage haben, wie zum Beispiel bei seinem Sieg gegen Novak Djokovic letztes Jahr in Monte Carlo. Aber die besten Resultate des 23-jährigen kommen normalerweise auf Sand und Rasen. Hier wird jedoch auf Hardcourt gespielt. Die Australier treten ohne Bernard Tomic an. Sie sollten allerdings in der Lage sein den dritten Punkt im Doppel zu gewinnen. Dort ist immerhin der Australian Open Sieger John Peers nominiert. Oder aber Jordan Thompson, der gerade den Sprung auf die ATP-Tour schafft, holt den entscheidenden Sieg für das australische Team.

USA – Schweiz

Das bestbesetzte Team des Wochenendes könnten die USA sein. Mit John Isner, Jack Sock, Sam Querrey und Steve Johnson sind vier sehr fähige Einzelspieler dabei, die darüber hinaus auch noch kompetent im Doppel sind. Die Schweizer hingegen sind ohne Roger Federer und Stan Wawrinka angereist. Das ist noch nicht so ein riesiges Problem. Marco Chiudinelli und Henri Lakkosonen sind fähige Challenger Spieler, die immer mal wieder an der ATP Tour schnuppern und die Amerikaner zumindest theoretisch ärgern können. Aber dahinter kommt bei den Schweizern nicht mehr viel, auch nicht im Doppel. Die USA sollten klar gewinnen.

Japan – Frankreich

Auch Japan tritt ohne seinen besten Spieler, Kei Nishikori, an. Die Favoritenlage in Tokio könnte also kaum klarer verteilt sein, und dass obwohl die Franzosen auf Jo-Wilfried Tsonga und Gael Monfils verzichten. Die verbliebenen Japaner um den talentierten Yoshihito Nishioka werden  wohl tapfer dagegen halten. Aber ein französisches Team um Richard Gasquet und Gilles Simon, plus einem der besten Doppel der Welt sollte am Ende klar gewinnen.

Kanada – Großbritannien

Sowohl Milos Raonic als auch Andy Murray setzen aus und trotzdem sind die Briten relativ klare Favoriten. Dan Evans ist in sehr guter Form, Kyle Edmund eines der größeren Talente im Welttennis. Auch der Kanadier Vasek Pospisil ist jemand, der eigentlich höher im Ranking stehen sollte. Allerdings werfen ihn Verletzungen und Formkrisen immer wieder zurück. Interessant könnte auf kanadischer Seite ein möglicher Einsatz von Denis Shapovalov werden. Der 17-jährige Linkshänder ist einer der in ein paar Jahren weit oben in der Weltrangliste stehen könnte, hier allerdings wohl noch nicht in der Lage sein wird Evans oder Edmund zu besiegen. Die Briten dürften sich am Ende – wenn auch knapp – durchsetzen.

Serbien – Russland

Wir haben schon eine Reihe an Spitzenspielern erwähnt, die nicht dabei sein werden in den kommen Tagen. Antreten wird hingegen Novak Djokovic, der in Novi Sad auf ein Team junger, talentierter Russen trifft. Mit Djokovic und Victor Troicki sollte Serbien natürlich gewinnen. Aber es wird interessant zu sehen sein wie gut Karen Khachanov, Andrey Kuznetsov und Daniil Medvedev dagegen halten können. In dieser Besetzung, plus vielleicht noch Andrey Rubelev, sind die Russen ein Team, welches innerhalb der nächsten zehn Jahre den Davis Cup gewinnen kann.

Kroatien – Spanien

Rafael Nadal hat nach dem Erreichen des Australian Open Finales abgesagt. Aber auch so ist Spanien ganz klarer Favorit gegen ein kroatisches Team, dass ohne Marin Cilic, Borna Coric und Ivo Karlovic antritt. Kein Top 200 Einzelspieler steht im Aufgebot des Finalisten von 2016 während die Spanier auch ohne Nadal und David Ferrer immer noch drei Top 35 Spieler dabei haben. Dazu kommt der Doppel-Olympiasieger Marc Lopez. Keine Begegnung am Wochenende könnte so einseitig verlaufen wie diese.

Wir hören uns das ganze Wochenende über bei meinsportradio.de – am Freitag geht es um 14 Uhr mit den beiden Einzeln los. Am Samstag folgt um 13 Uhr das Doppel und dann am Sonntag der Abschluss, auch wieder ab 13. Uhr. Wie jedes Mal gibt es tägliche Podcasts, inklusive Stimmen von vor Ort. Auch auf Twitter und vielleicht sogar bei Facebook Live werden wir aktiv sein.

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