Die Chip & Charge Wochenvorschau #34

Wie gewohnt gibt es an dieser Stelle eine Vorschau auf die kommende Woche. Während der regulären Tourwochen versucht der Vorausblick alle Aspekte der einzelnen Stopps abzudecken. Aber nachdem es einiges an positivem Feedback für die Vorschau aller Erstrundenpartien der DTB-Spieler und -Spielerinnen in Wimbledon gab, bieten wir den Service hier gerne noch mal für die US Open an.

Als kleiner Hinweis. Wir haben die Matches nach dem Wochentag sortiert und in Klammern hinter jeder Partie notiert, wie es im direkten Vergleich steht.

Montag 

Anna-Lena Friedsam – Roberta Vinci (1:0)

Für Friedsam geht es bei ihrem zweiten Auftritt im US Open Hauptfeld gleich gegen die Überraschungsfinalistin aus dem letzten Jahr. Ein Husarenritt wie in 2015 ist von Vinci nicht zu erwarten. Dafür ist die Form in den letzten Monaten einfach nicht stark genug gewesen. Auf der anderen Seite hat die Italienerin in den letzten Jahren trotz nicht immer idealer Vorbereitungsergebnisse in New York stets überzeugt. Was sicherlich für Friedsam spricht ist der Sieg im einzigen direkten Vergleich bei den Australian Open im Januar. Friedsam weiß also, was sie vom Slice-lastigen Spiel ihrer Gegnerin zu erwarten hat. Doch auch Friedsams Ergebnisse waren nach dem starken Start ins Jahr nicht immer überzeugend. Ein Sieg hier gegen Vinci wäre ein definitives Ausrufezeichen.

Angelique Kerber – Polona Hercog (3:2)

Als Kerber und ihre slowenische Gegnerin das letzte Mal im Februar 2011 aufeinander trafen, war noch nicht abzusehen in welch unterschiedliche Richtungen sich ihre Karrieren entwickeln würden. Damals schien es, als wenn Hercog aus ihrem feinen Händchen und ihrer guten Übersicht eine durchaus prominente Karriere würde stricken können. Doch Verletzungen und eine generelle Stagnation haben die aktuelle Nummer 120 der Welt nie in richtig hohe Rankingregionen aufsteigen lassen. Es kann sein, dass Kerber sich wird ein bisschen aus dem Rhythmus bringen lassen vom starken Rückhand-Slice ihrer Gegnerin. Aber am Ende sollte sie sich recht klar durchsetzen.

Carina Witthoeft – Misaki Doi (1:0)

Wir haben dieses Match schon in der Vorschau-Sendung als Chance für Witthoeft bezeichnet. Zwar ist Doi in diesem Jahr meist nur an großen Namen gescheitert und hat sich im Sommer weiterhin als formstark präsentiert. Doch auch Witthoeft hat ihrem starken Wimbledon-Resultat zwei gute Ergebnisse auf Sand folgen lassen. Im einzigen direkten Aufeinandertreffen setzte sich Witthoeft im schwülen Kuala Lumpur bei durchaus ähnlichen Bedingungen wie in New York gegen ihre japanische Gegnerin durch.

Sabine Lisicki – Yulia Putintseva (0:1)

Lisicki ist im Jahresranking 54 Plätze hinter ihrer kasachischen Gegnerin verzeichnet. Trotzdem geht die Berlinerin nicht unbedingt als Außenseiterin ins Match, denn die Resultate von Putintseva im nordamerikanischen Sommer waren wie in den Vorjahren eher schwach. Die 25-jährige fühlt sich da schon eher auf Sand wohl, wo ihr Aufschlag nicht so angreifbar ist und sie die Gegnerinnen schicken kann. Auf Sand gelang Putintseva auch der Sieg im bisher einzigen Aufeinandertreffen der beiden – in Charleston im April diesen Jahres. Wie immer wird viel von Lisickis erstem Aufschlag abhängen. Kommt der hat sie eine gute Chance, ansonsten könnte sie abermals von der Kasachin niedergerungen werden.

Andrea Petkovic – Kristina Kucova (1:1)

Andrea Petkovic hat eine der unangenehmsten Qualifikantinnen erwischt. Zwar hat die Slowakin bisher ein unkonstantes Jahr gespielt, doch das stärkste Resultat kam just in diesem Sommer. Beim Premier Mandatory Turnier in Montreal erreichte sie überraschend das Halbfinale und zeigte dabei ihren oft unterhaltsamen Mix aus Finesse, Kämpferqualitäten und genug Power. Obwohl Kucova Petkovic schon mal in einem zähen Match in der Wimbledon-Qualifikation 2009 besiegte, geht sie als Außenseiterin ins Match. Aber es kann gut sein, dass die Darmstädterin sich ordentlich wird strecken müssen gegen Kucova, die in der Qualifikation immerhin nur einen Satz abgab.

Mona Barthel – Christina McHale (0:2)

Auf dem Papier spricht nicht so viel für Barthel gegen die 24-jährige Amerikanerin. Barthel hat nach ihrer krankheitsbedingten Pause im Frühling noch nicht wieder vollkommen zur Form gefunden, außerdem hat McHale bisher beide Matches gewonnen. McHale ist vor allem solide und bewegt ihre Gegnerinnen mit Winkeln aus dem Feld. Ein paar Mal hat sie schon ganz große Namen in Verlegenheit gebracht, wie zum Beispiel Serena Williams in Wimbledon in diesem Jahr. Allerdings können Angriffsspielerinnen meist doch erfolgreich ihre Defensive knacken -Geduld voraus gesetzt. Barthel hat sicherlich die Power für solch ein Unterfangen, ob das Selbstvertrauen schon wieder da ist, wird sich am Montag zeigen müssen.

Dustin Brown – Milos Raonic (0:0)

Milos Raonic will in den kommenden beiden Wochen die US Open gewinnen. Die Ansage gab es in diesem Jahr zu hören, kein Wunder bei den guten Resultaten in Australien und Wimbledon. Raonic hat sicherlich die Fähigkeiten dazu, auch wenn er hier in New York noch nie weiter als ins Achtelfinale gekommen ist. Sollte Raonic gegen Brown verlieren, wäre das trotz des potentiell stärksten Karriere-Jahr des Deutschen eine Riesenüberraschung. Brown kann Raonic sicherlich mit seinem unkonventionellen Spiel beschäftigen. Aber der Kandier sollte sich ob seiner solideren Grundschläge und natürlich des krachenden Aufschlages im Endeffekt souverän durchsetzen.

Mischa Zverev – Pierre Hugues-Herbert (0:2)

Zum ersten Mal seit den French Open 2012 steht der ältere Bruder von Alexander Zverev wieder im Hauptfeld eines Grand Slam Turnieres. In den drei Matches des Qualifikation gab Zverev nur einen Satz ab und bestätigte dabei seine starke Form in 2016. Herbert ist mittlerweile einer der besten Doppelspieler der Welt und bewies kürzlich in Wimbledon bei seinem Sieg gegen Philipp Kohlschreiber, dass er durchaus auch im Einzel gefährlich sein kann. Doch wegen dem Fokus aufs Doppel spielte Herbert in den vergangenen Monaten nur sporadisch, verlor letzte Woche das einzige Einzelmatch des Sommers. Trotzdem dürfte der Franzose seine Chancen gegen Zverev haben. Schließlich besiegte er den Hamburger schon zwei Mal in diesem Jahr, in Indian Wells und Miami.

Dienstag 

Antonia Lottner – Vania King (0:0)

Lottner hat sich hier zum ersten Mal für das Hauptfeld eines Grand Slam Turniers qualifiziert und gleich eine unangenehme Gegnerin gezogen. Denn King hat sich in diesem Jahr wieder richtig in Form gespielt – angefangen auf der Challenger Tour gab es in den letzten Wochen einige gute Resultate; unter anderem den Finaleinzug beim WTA-Turnier in Nanchang. Auch Lottner hat das Tempo in diesem Sommer ordentlich angezogen, gewann zwei Challenger Turniere. Die 20-jährige hat mehr Power als King. Doch ist die Amerikanerin auf einem anderen spielerischen Niveau als die meisten von Lottners Gegnerinnen in den letzten Wochen. Viel wird von Lottners Aufschlag abhängen, denn King hat einen guten Rückschlag mit dem sie schnell Druck ausüben kann falls Lottner beim Serve wackelt.

Annika Beck – Nadia Podorska (0:0)

Die argentinische Gegnerin von Beck hat in der Qualifikation drei prominente Namen eliminiert. Die 19-jährige ist vor allem bei kleinen Challenger Turnieren auf Sand unterwegs und geht daher trotz ihrer offensichtlichen Kämpferqualitäten als Außenseiterin ins Match. Beck hat in der ersten Jahreshälfte vor allem bei den Grand Slams überzeugt, sich spätestens im Sommer aber auch bei den kleineren WTA-Turnieren stabilisiert. Wenn Beck – wie immer mal wieder gezeigt – offensiv spielt, sollte sie Podorska ausschalten.

Florian Mayer – Horacio Zeballos (2:0)

Mayer hat sich seit längerem mal wieder direkt für ein Grand Slam Hauptfeld qualifiziert und auch die Auslosung meint es gut mit ihm. Ab und an gelingen Zeballos gute Resultate auf Hardplätzen, doch in seinem Herzen ist der Linkshänder ein Sandplatzspieler. Die beiden Aufeinandertreffen zwischen Mayer und dem Argentinier fanden dann auch auf Asche statt – unter anderem im Heilbronn im Frühsommer – und beides Mal behielt Mayer die Oberhand. Vor kurzem gewann Mayer zwei Challenger Turniere, unter anderem auf Hardplatz in Portoroz. Der 32-jährige geht also durchaus als solider Favorit ins Match.

Alexander Zverev – Daniel Brands (0:2)

Brands ist nach den Absagen von Thanasi Kokkinakis und Dimitry Tursunov noch als Lucky Loser ins Hauptfeld gerutscht. Dort ist er trotz einer 2-0 Führung im direkten Vergleich natürlich klarer Außenseiter gegen Alexander Zverev. Zwar hat der junge Hamburger zuletzt zwei Auftaktniederlagen in Folge einstecken müssen. Doch Zverev ist dem zehn Jahre älteren Brands mittlerweile spielerisch enteilt. Gerade mit seinem Rückschlag sollte er genug Druck gegen Brands ausüben können.

Benjamin Becker – Kei Nishikori (2:2)

Zwei Siege in vier Matches ist eine sehr solide Bilanz für Becker gegen den japanischen Weltranglisten-7. Zwar kamen beide Siege im Jahr 2010 zustande doch auch in den anderen beiden Vergleichen danach war der Saarländer beileibe nicht chancenlos. Wie schon alle vier anderen Matches findet auch dieses auf einem recht schnellen Hardcourt statt. Trotzdem wäre es überraschend, wenn Becker mehr als einen Satz gegen den formstarken 26-jährigen Nishikori gewinnen könnte, der zuletzt unter anderem die Bronzemedallie in Rio gewann.

Philipp Kohlschreiber – Nicolas Mahut (1:0)

Das einzige Aufeinandertreffen der beiden Veteranen fand im Jahr 2003 statt, in der Qualifikation des Sandplatzturnieres von St. Pölten. Seit dem hat Kohlschreiber die bessere Karriere im Einzel gehabt während Mahut sich gerade in den letzten Jahren zu einem der besten Doppelspieler der Welt entwickelt hat. Mit Kohlschreibers Auftritt hier in New York war nach seiner Stressfraktur im rechten Fuß, die ihn zur Aufgabe in Rio zwang, eigentlich gar nicht zu rechnen. Von daher werden wir wohl erst nach dem ersten Match wissen, wie es um den Bayern bestellt ist. Ist Kohlschreiber körperlich vollkommen fit, sollte er mit seinen soliden Passierschlägen gegen einen der letzten Serve & Volley Spieler auf der Tour gute Chancen haben.

Jan-Lennard Struff – Donald Young (0:1)

Die Form beider Spieler kann nicht als herausragend bezeichnet werden, wie auch die Positionen im Jahresranking verraten. Dort ist Struff auf Platz 124 notiert und Young auf Platz 84. Young hat in diesem Jahr einige solide Resultate eingefahren, ist dann aber doch stets an besseren Spielern gescheitert. Dem Amerikaner fehlt das Besondere im Spiel. Doch fühlt er sich historisch wesentlich wohler auf den nordamerikanischen Hardplätzen als Struff es tut. Der 26-jährige Warsteiner hat seine besten Resultate immer noch auf Sand, wo ihm genug Zeit am Ball bleibt. Es hätte Struff härter treffen können zum Auftakt als Young. Trotzdem geht Young, immerhin ehemaliger Grand Slam Sieger bei den Junioren, ob seiner guten Hardcourt-Resultate in der Heimat als Favorit ins Match.

Wir hoffen ihr fühlt euch nach der Lektüre noch besser vorbereitet auf die langen US Open Abende als vorher schon. Natürlich auch an dieser Stelle der Hinweis, dass ihr uns jeden Morgen mit unserem Daily „Breakfast at Flushing“ sowohl auf meinsportradio.de als auch als Podcast hören könnt.

Die Chip & Charge Wochenvorschau #33

Wer spielt diese Woche?

Wir kennen das aus anderen Wochen vor den Grand Slam Turnieren – die Spitzenspieler bei den Herren fokussieren sich fast ausnahmslos auf die Vorbereitung vor Ort, während bei den Damen einige Topspielerinnen antreten. So ist es auch diese Woche. Mit Agnieszka Radwanska und Roberta Vinci sind immerhin zwei Top 10 Spielerinnen unterwegs. Bei den Herren hingegen ist Richard Gasquet noch der bekannteste Name.

Wo wird gespielt?

Die Connecticut Open in New Haven haben sich schon seit Jahren als das letzte WTA-Vorbereitungsturnier vor den US Open etabliert. Die Siegerinnenliste ist illuster und umfasst fast nur Top 10 Spielerinnen oder solche, die es mal waren. So viel Tradition hat das Herrenturnier in Winston-Salem nicht vorzuweisen. Erst in den letzten Jahren ist die Stadt in North Carolina zum letzten Stopp vor New York geworden.

Was wird wichtig?

Für alle Spieler und Spielerinnen, die in dieser Woche antreten natürlich Punkte, Preisgelder und ein letzter Schliff an der Form. Aber ansonsten hat man beim Blick durchs Tennisrund vor allem das Gefühl, dass alle Beteiligten eine Woche der Ruhe gut brauchen können. Nach den hektischen Wochen inklusive der Olympischen Spiele werden viele einfach mal durchatmen wollen vor dem Start der US Open.

Los geht’s…

ATP

Winston-Salem (live auf TennisTV)

Wie die Damen in New Haven sind auch die Herren in Winston-Salem am gestrigen Sonntag ins Hauptfeld gestartet. Denn wegen der nahenden US Open werden die Finals schon am kommenden Samstag ausgespielt. Der zweimalige Sieger John Isner tritt bei seinem Heimturnier nicht an, auch sonst fehlen die ganz großen Namen. Allerdings sind viele Top 50 Spieler dabei.

Wer spielt um den Titel? Richard Gasquet kam nach einer sommerlichen Rückenverletzung  beim Turnier in Cincinnati wieder zurück. Erreicht er Bestform sollte der Franzose hier gewinnen. Doch auch die formstarke neue amerikanische Nummer 1 Steve Johnson, Kevin Anderson oder Roberto Bautista-Agut gehören zur vorderen Reihe der Titelkandidaten.

Wer überrascht diese Woche? Victor Troicki ist mal wieder komplett ausser Form. Doch der Serbe hat öfter Phasen in denen es gar nicht läuft und befreit sich dann mit einem Sieg wieder. Hier meint die Auslosung es gut mit dem 30-jährigen und die Bedingungen sollten eigentlich auch helfen.

Wer muss aufpassen? Der vornehmlich als Doppelspieler bekannte Pierre-Hugues Herbert erreichte hier vor einem Jahr sein erstes Tourfinale im Einzel. Zieht er dieses Jahr nicht mindestens ins Halbfinale ein, fällt der Franzose wohl wieder aus den Top 100 der Einzelweltrangliste. Bei der schwierigen Auslosung im unteren Viertel wird das mit den benötigten vier Siegen allerdings eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe.

WTA

New Haven (live auf TennisTV)

Seit dem Jahr 2008 haben sich Petra Kvitova (3 Mal) und Caroline Wozniacki (4 Mal) den Titel in der Unistadt geteilt. Nur Simona Halep gewann im Jahr 2013, damals im Finale gegen Kvitova. Wozniacki und Kvitova sind auch dieses Jahr dabei, doch sechs andere Spielerinnen haben in letzter Minute abgesagt, unter anderem die Cincinnati Siegerin Karolina Pliskova.

Wer spielt um den Titel? Petra Kvitova und Agnieszka Radwanska, die eine Wildcard angenommen hat, sind erste Anwärterinnen auf den Sieg. Natürlich immer vorausgesetzt das keine Verletzung dazwischen kommt. Denn die US Open sind von größerer Priorität. Interessant wäre auch, wie sich Radwanska in einem möglichen Zweitrundenmatch gegen Wozniacki schlägt. Schliesslich hat sie bisher acht von zwölf Vergleichen gegen die Dänin verloren, darunter die letzten drei.

Wer überrascht diese Woche? Elina Svitolina hat in ihrem ersten Match Daria Kasatkina geschlagen und damit wohl schon eine der größten Hürden in der unteren Hälfte umschifft. So solide die Karriere der Ukrainerin bisher verlaufen ist, der Finaleinzug bei einem Premier Turnier fehlt noch, könnte hier aber Realität werden.

Wer muss aufpassen? Etwas versteckt im ersten Viertel findet sich Belinda Bencic. Durch immer neue Verletzungen konnte die Schweizerin in diesem Jahr erst 14 Turniere spielen, die meisten davon zum Jahresanfang. In der Jahresrangliste ist sie dann auch nur auf Platz 37 verzeichnet und auch in der Weltrangliste könnte Bencic bald aus den Top 30 fallen. Da werden ein paar Punkte dringend benötigt.

Ihr hört im Laufe der Woche mit der bei Grand Slam Turnieren gewohnten Auslosungs-Vorschau von uns. Wie immer könnt ihr euch bis dahin über das aktuelle Geschehen und unsere Beiträge bei Twitter informieren.

Das Chip & Charge Thema der Woche #32: Angelique Kerber auf der Weg zur Nummer 1?

Was diese Woche bisher geschah

In Rio wird noch gelaufen, gehechtet, gekämpft und anderer Schabernack getrieben. Doch die Tenniswelt ist ins Städtchen Mason, Ohio in der Nähe von Cincinnati weitergezogen, wo das letzte große Vorbereitungsturnier vor den US Open stattfindet. Wir schreiben unten noch mehr zu Angelique Kerbers Angriff auf den Tennisthron. Doch die 28-jährige ist nur eine von vielen Spitzenspielern und -spielerinnen, die bei den Western & Southern Open antritt.

Bei den Herren (Auslosung) fehlen bekanntlich Roger Federer und Novak Djokovic, doch der Rest der Top 10 ist dabei, inklusive der olympischen Nichtstarter Milos Raonic, Tomas Berdych und Dominic Thiem. Thiem ist auch der einzige Spieler, der schon im Viertelfinale steht nachdem Gael Monfils verletzt zurück ziehen musste. Die prominentesten Verlierer der ersten Tage waren David Ferrer, Nick Kyrgios und David Goffin. Sehr solide Leistungen zeigte hingegen bisher Marin Cilic. Der Kroate verkündete diese Woche auch seinen neuen Trainer, Jonas Bjorkman, und trifft heute auf Tomas Berdych, der wie sollte es anders sein, von Cilics altem Coach Goran Ivanisevic betreut wird.

Die Damen (Auslosung) haben ihren prominentesten Namen schon vor dem ersten geschlagenen Ball verloren. Serena Williams musste wenig überraschend wegen einer Schulterverletzung zurück ziehen, auch Petra Kvitova und Monica Puig sagten ab. Abseits von Kerber sind die Augen auf jene Spielerinnen gerichtet, bei denen es in der vergangenen Wochen besonders gut lief oder eben auch nicht. Garbine Muguruza hat nach ihrer Olympia-Abreibung durch Puig ihr Auftaktmatch gegen Coco Vandeweghe gewonnen. Doch schon der weitere Weg gen Halbfinale ist schwer. Heute muss sie gegen Anastasia Pavlyuchenkova ran, dann geht es gegen die Siegerin aus Timea Babos und Dominika Cibulkova. Auch für Angnieszka Radwanksa, bei der es in Rio überhaupt nicht lief, steht heute mit Joe Konta eine schwere Aufgabe an. Morgen könnte dann Simona Halep folgen. Die ist nach ihrem Sieg in Montreal ganz klar eine der Favoritinnen auf den Titel – nicht nur hier in Cincinnati sondern auch bei den US Open in zwei Wochen. In der zweiten Runde schlug Halep Annika Beck. Die war neben Kerber und Andrea Petkovic die einzige deutsche Teilnehmerin in dieser Woche.
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Die Chip & Charge Wochenvorschau #30

Wer spielt diese Woche?

Die allermeisten großen Namen setzten diese Woche aus, entweder zur Olympiavorbereitung oder weil sowieso Cincinnati und die US Open im Vordergrund stehen. Immerhin mit John Isner, Kevin Anderson und Jelena Jankovic sind drei Spieler/innen unterwegs, die einst zu den Top 10 gehörten. Jankovic spielt sogar in Rio, wo es am Samstag los geht. Isner und Anderson nehmen an den Olympischen Spielen nicht teil.

Wo wird gespielt?

Die drei Turniere verteilen sich auf drei Kontinente. In Nanchang wird im chinesischen Inland gespielt. Dort ist es wohl noch heisser als beim Herrenturnier in Atlanta. Nur in Florianopolis sind die Bedingungen, dem brasilianischen Winter sei Dank, gemäßigt.

Was wird wichtig?

Für die Olympia-Teilnehmerinnen, die in Florianopolis spielen, geht es wohl vor allem darum, verletzungsfrei zu bleiben. In Atlanta wollen Isner und Anderson den leichten Aufschwung der letzten Wochen fortsetzen, damit nicht bald der Rankingabsturz folgt. In Nanchang sind so viele Spielerinnen von außerhalb der Top 100 dabei, dass es eine richtige Überraschungssiegerin geben könnte.

Los geht’s…

ATP

Atlanta (live auf TennisTV)

John Isner, Nick Kyrgios, Alexandr Dolgopolov und Kevin Anderson – sie alle nehmen aus unterschiedlichen Gründen nicht in Rio teil, sind aber hier in Atlanta dabei. Das ist eine ordentliche Spitzengruppe, wenn man den Platz im Kalender bedenkt. Darüber hinaus ist das Tableau wieder mit vielen US-Amerikaner gefüllt.

Wer spielt um den Titel? John Isner ist dreifacher Titelverteidiger und damit auch der erste Anwärter auf den Sieg. Zwar lief 2016 bisher nicht ideal und auch in den letzten beiden Wochen gab es wieder zwei frühe Niederlagen. Doch keiner seiner Hauptkonkurrenten um den Sieg ist in wesentlich besserer Form und die Bedingungen sind ideal für das Spiel von Isner.

Wer überrascht diese Woche? Nach guten Challenger-Resultaten holte Jared Donaldson in den letzten beiden Wochen seine ersten drei ATP-Hauptfeldsiege in diesem Jahr. Zwar könnte der junge US-Amerikaner hier schon früh auf Nick Kyrgios treffen. Doch weiss natürlich niemand, wie es um die Motivation und Form des Australiers bestellt ist.

Wer muss aufpassen? Taylor Fritz hatte in den letzten Wochen etwas Pech mit den Auslosungen, aber auch so stottert der Motor nach dem guten Auftakt ins Jahr. Bei der guten Auslsoung sollte der junge Amerikaner zumindest ins Viertelfinale einziehen können.

WTA

Florianopolis (nicht live zu sehen)

Das Turnier hat gestern begonnen und endet am Freitag, schliesslich geht es beim Olympischen Tennisturnier schon am Samstag los. Doch genau das lässt natürlich auch die Frage aufkommen: Für wen ist Florianopolis nur die letzte Vorbereitung und für wen ein wichtiges Turnier?

Wer spielt um den Titel? Keine der Olympia-Teilnehmerinnen ist in besonders starker Form zur Zeit. Genau deshalb treten die Meisten hier wohl auch an. Am besten meint es die Auslosung allerdings mit Jelena Jankovic, die dann auch ob eines Mangels an Alternativen die Favoritin ist.

Wer überrascht diese Woche? Die Schwester von Guido Pella, Catalina Pella, begann das Jahr ausserhalb der Top 500. Mittlerweile wird sie aber unter den Top 200 des Rankings verzeichnet. Die Resultate in den letzten Wochen waren nicht unbedingt stark. Aber Pella könnte eine der Profiteurinnen sein, falls die größeren Namen schon richtig Rio schielen.

Wer muss aufpassen? Für Teliana Pereira läuft es in diesem Jahr gar nicht, sie wird wohl bald wieder auf die Challenger Tour zurück müssen. Dazu ist sie auch noch die Titelverteidigerin in Florianopolis. Ein paar Siege in dieser Woche würden also eigentlich dringend benötigt. Aber auf der anderen Seite fängt am Samstag das wohl wichtigste Turnier ihres Lebens an. Immerhin bis ins Viertelfinale sollte sie in Florianopolis eigentlich kommen.

Nanchang (live auf TennisTV)

Es wird in dieser Saison eine beträchtliche Anzahl an Challenger-Turnieren geben, die besser besetzt sind als das Turnier in der chinesischen Millionenstadt. Nachdem es für die eigentlich Topgesetzte Magda Linette als Nachrückerin nach Rio geht, ist keine der Spielerinnen aus dem Feld bei den Olympischen Spielen dabei.

Wer spielt um den Titel? Der größte Name ist Francesca Schiavone, auch Daniela Hantuchvoa kann natürlich eine richtig gute Karriere vorweisen. Die formstärkste Spielerin und Favoritin auf den Titel ist allerdings Vania King. Die Amerikanerin hat sich in diesem Jahr auf der Challenger Tour wieder nach oben gespielt und in den letzten Wochen dazu ein paar solide WTA Resultate erreicht.

Wer überrascht diese Woche? Risa Ozaki ist ein Name, der heraussticht. Die 22-jährige Japanerin hat in 2016 bisher gut gespielt und sollte irgendwann einen kleinen Durchbruch auf der WTA-Tour schaffen. Vielleicht ja schon in dieser Woche.

Wer muss aufpassen? Kurumi Nara hat einiges an Punkten zu verteidigen in den nächsten Monaten, vor allem wenn sie in den Top 100 bleiben möchte. Da könnte ein gutes Resultat helfen.

Wir hören uns auf jeden Fall im Laufe der Woche noch einmal und blicken in irgendeiner Form auf das olympische Tennisturnier voraus. Wie immer könnt ihr euch über das aktuelle Geschehen und unsere Beiträge bei Twitter informieren.

Das Chip & Charge Thema der Woche #29: Ein paar Gedanken zu Roger Federer

Was diese Woche bisher geschah

Alles wird in den Schatten gestellt von Roger Federers Ankündigung den Rest der Saison auszusetzen. Doch dazu mehr – weiter unten – im Thema der Woche. Schliesslich finden im Moment auch noch zwei durchaus wichtige Turniere statt. Die Herren spielen beim Masters Turnier in Toronto, die Damen in Montreal. Beide Felder wurden von Absagen durchgeschüttelt. Es fehlen unter anderem Federer, Andy Murray, Serena Williams und Garbine Muguruza.

Wer hingegen bei den Herren in Toronto spielt, ist Novak Djokovic, natürlich auch der großer Favorit auf den Titel. Zwar hat sein erster Auftritt gegen Gilles Muller gezeigt, dass Djokovic wohl schlagbar ist in dieser Woche. Doch die Frage ist: Von wem? Vielleicht von Milos Raonic in einem möglichen Halbfinale. Der Kanadier begründete seine Olympia-Absage unter anderem mit der Wichtigkeit des Heimturnieres. Viele hatten wohl damit gerechnet, dass Raonic in seinem Auftaktmatch auf Alexander Zverev treffen würde. Doch der verlor in der ersten Runde gegen Yen-Hsun Lu.

Die untere Hälfte ist weit offen. Neben zwei Top 10 Spielern, Stan Wawrinka und Kei Nishikori, finden sich hier einige große Überraschungen und zwei Namen, die mal wieder ein richtig gutes Resultat gebrauchen könnten, Bernard Tomic und Grigor Dimitrov. Doch für das meiste Aufsehen sorgte bisher der junge Kanadier Denis Shapovalov, der Nick Kyrgios in der ersten Runde besiegte und auch gegen Dimitrov eine gute Leistung brachte. Von Shapovalov dürften wir in den nächsten 24 Monaten noch einiges hören.

Bei den Damen in Montreal haben sich die Reihen der gesetzten Spielerinnen noch nicht so weit gelichtet. Nur Sam Stosur, Dominika Cibulkova und Carla Suarez-Navarro sind bisher ausgeschieden. Cibulkova kassierte dabei eine regelrechte Klatsche gegen Eugenie Bouchard. Die Kanadierin hat nach langer Zeit mal wieder die Chance bei einem wichtigen Turnier richtig weit zu kommen. Allerdings könnte im Viertelfinale die Standford Siegerin Joe Konta warten.

Das Match der dritten Runde findet sich im zweiten Viertel, wo am Donnerstag Madison Keys und Venus Williams aufeinandertreffen. Für beide eröffnet sich bei einem Sieg – trotz der möglichen Achtelfinalgegnerin Agnieszka Radwanska – eine richtig gute Chance im Tableau. In der unteren Hälfte hat sich Angelique Kerber zum Auftakt gegen Mirjana Lucic-Baroni durchgesetzt. Will sie aber am Ende der Woche ihr erstes Premier 5 Turnier gewinnen, wird sie sich ordentlich steigern müssen. Gerade im Halbfinale könnte ein hochkalibrige Gegnerin warten.  Die anderen beiden deutschen Teilnehmerinnen sind schon ausgeschieden. Annika Beck verlor in der ersten Runde gegen Daria Gavrilova und Andrea Petkovic in ihrem zweiten Match gegen Petra Kvitova.
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Die Chip & Charge Wochenvorschau #28

Wer spielt diese Woche?

Wieder ist der Kalender pickepackevoll, insgesamt sieben Turniere finden diese Woche statt. Bis auf wenige Ausnahmen treten die meisten Spitzenspieler und -spielerinnen erst in der nächsten Woche beim Masters/Premier 5 Turnier in Kanada an. Doch mit Angelique Kerber ist sogar eine Grand Slam Siegerin im Einsatz. Sie spielt in Bastad. Prominentester Name bei den Herren ist Dominic Thiem, der bei seinem Heimturnier in Kitzbühel antritt.

Wo wird gespielt?

Die sieben Turniere teilen sich auf zwei Kontinente auf. Die Herren und Damen spielen in der großen Hitze von Washington, die Damen tragen zusätzlich ein Event in Stanford aus. Doch auch die Sandplatzsaison in Europa ist nach wie vor voll im Gange. Gstaad und Bastad erleben ihre Fortsetzungen aus der letzten Woche, nun ist jeweils die andere Tour zu Gast. In Gstaad spielen dieses Mal die Herren und in Bastad die Damen. Außerdem konkurrieren noch zwei der schönsten Centre Courts des Jahres, bei den ATP Turnieren in Kitzbühel und Umag.

Was wird wichtig?

Ganz viele Blicke gehen schon nach Kanada und zu den Olympischen Spielen. Doch wie wir schon in den letzten Tagen sahen, sind diese Wochen eine große Chance für Spieler und Spielerinnen abseits der Spitzenplätze. Victorija Golubic gewann in Gstaad, Anastasija Sevastova stand im Finale von Bukarest und Renzo Olivo erreichte das Halbfinale von Hamburg. Wer überrascht diese Woche?

Los geht’s…

ATP

Washington (live auf TennisTV und Sport1+)

Das 500er Turnier in der US-Hauptstadt zieht auch das beste Herrenfeld der Woche an. Viele Spieler, die schon beim letzten Rasenturnier der Saison in Newport dabei waren, sind auch hier am Start. Aus dem DTB-Lager spielen Benjamin Becker und Alexander Zverev.

Wer spielt um den Titel? John Isner stand schon drei Mal im Washington-Finale, zuletzt im Jahr 2015. Die besten Resultate von Isner kommen auch meist auf den schnellen Plätzen des amerikanischen Hardcourt-Sommers. Doch die Frage ist, wie sehr ihn das Davis Cup Wochenende mitgenommen hat. Generell sind viele „Hop oder Top“ Spieler im Tableau, so dass auch ein Zverev sich etwas ausrechnen kann. Nur ist seine Auslosung durchaus anspruchsvoll, angefangen mit einer möglichen zweiten Runde gegen Taylor Fritz.

Wer überrascht diese Woche? Alexandr Dolgopolov ist ein Spieler, der schon im Olympia Jahr 2012 in Washington im Finale stand. Auch dieses Mal könnte er weit kommen. Zwar wartet in der dritten Runde unter Umständen Sam Querrey, doch ist der vor seinem Wimbledon-Viertelfinale nicht unbedingt durch Konstanz aufgefallen.

Wer muss aufpassen? Kevin Anderson ist wegen der nicht verteidigten Punkte auf Rasen schon im Ranking abgerutscht. In den nächsten Wochen hat er weitere wichtige Punkte zu verteidigen. Anderson ist möglicher Drittrundengegner von Alexander Zverev.

Gstaad (live auf TennisTV)

Im Gegensatz zum Damen-Turnier letzte Woche sieht es so aus, als wenn bei den Herren  – zumindest zum Wochenanfang – kein Regen zu erwarten ist. Dank Wildcards und der erfolgreichen Qualifikation von Yann Marti haben es immerhin fünf Schweizer ins Hauptfeld geschafft.

Wer spielt um den Titel? Erster Kandidat auf den Sieg sollte Thomaz Bellucci sein. Der Brasilianer mag die Bedingungen in der Höhenluft und hat schon zwei Mal den Titel gewonnen.

Wer überrascht diese Woche? Daniel Brands hat hier im Jahr 2013 den wohl größten Sieg seiner Karriere geschafft. Damals gewann der 29-jährige gegen einen leicht angeschlagenen Roger Federer. Die Auslosung ist nicht unbedingt einfach, doch vielleicht kann Brands hier zumindest den ersten Sieg auf ATP-Ebene im Jahr 2016 feiern. Update: Brands ist in der ersten Runde an Elias Ymer gescheitert.

Wer muss aufpassen? Wie schon in der letzten Woche sind viele Spieler wegen dem dicht gedrängten Kalender nicht in der Lage ihre Titel zu verteidigen. Titelverteidiger Dominic Thiem spielt zum Beispiel beim Turnier in Kitzbühel.

Kitzbühel (live auf Eurosport)

Dominic Thiem ist dann natürlich auch der ganz große Star in Kitzbühel. Im Jahr 2014 erreichte er hier sein erstes ATP-Finale, dieses Mal soll sicherlich der Sieg her. Auch das Teilnehmerfeld in Kitzbühel leidet unter den vielen Turnieren in dieser Woche.

Wer spielt um den Titel? Zwei Spieler heben sich klar vom Rest ab, Thiem und Vorjahressieger Philipp Kohlschreiber. Beide sollten sich bei Normalform zum dritten Mal in diesem Jahr in einem ATP-Finale begegnen. In München gewann Kohlschreiber und in Stuttgart hatte Thiem das bessere Ende.

Wer überrascht diese Woche? Wie schon in der letzten Woche sticht auch dieses Mal der Name Jan-Lennard Struff hervor. Sand ist sein Belag, die Bedingungen sollten ihm eigentlich entgegenkommen und die Auslosung meint es gut mit dem Deutschen. Ob er diese Voraussetzungen nutzen kann?

Wer muss aufpassen? Für Philipp Kohlschreiber ist ein starkes Auftreten nicht von großer Dringlichkeit, steht er doch für 2016 unter den Top 25 der Jahresrangliste. Doch genau in dieser Phase des Jahres kann er noch mal wichtige Punkte sammeln, um die schwächeren Resultate bei den Grand Slams auszugleichen. Die gute Auslosung ist, wie schon oben erwähnt, auf jeden Fall gegeben.

Umag (live auf TennisTV)

Das Turnier an der kroatischen Küste hat eine durchaus feine Besetzung zustande bekommen, unter anderem sind Hamburg Sieger Martin Klizan, Fabio Fognini und Pablo Cuevas dabei.

Wer spielt um den Titel? Titelkandidat Nummer 1 ist sicherlich Cuevas, obwohl Fognini und Almagro durchaus ebenbürtige Gegner in der oberen Hälfte sind. Kann Klizan über zwei Wochen die Form wahren und aus der unteren Hälfte das Finale erreichen? Es wäre nach seinen Leistungsschwankungen in diesem Jahr durchaus bemerkenswert.

Wer überrascht diese Woche? Filip Krajinovic musste gerade eine Pause einlegen, könnte aber zu den Profiteuren der etwas schwächeren unteren Hälfte gehören. Der 24-jährige Serbe ist ein kompetenter Sandplatzspieler und hat bei seinem letzten Turnier, dem Challenger in Rom im Mai diesen Jahres, seinen möglichen Zweitrundengegner Jiri Vesely geschlagen.

Wer muss aufpassen? Fabio Fognini könnte ganz dringend mal wieder ein paar Siege gebrauchen. Denn bald fallen seine Punkte vom Finaleinzug im Hamburg aus dem Jahr 2015 aus dem Ranking. Ohne diese Punkte wird es für Fognini und die Top 50 sehr eng.

WTA

Stanford (Live auf tennis.de und TennisTV)

Auch Stanford kann nicht aus dem Vollen schöpfen, so fehlen zum Beispiel Anglique Kerber und ein Dauergast aus der Vergangenheit, Serena Williams. So wird sich viel des Interesses auf Serenas ältere Schwester Venus konzentrieren, die an Position 1 gesetzt ist.

Wer spielt um den Titel? Erste Titelkandidatin ist allerdings Dominika Cibulkova, die ein beeindruckendes Jahr spielt. Obwohl die mögliche Zweitrundengegnerin Kateryna Bondarenko besonders zäh sein kann, sollte sich Cibulkova zumindest für das Halbfinale qualifizieren und bei ähnlicher Form wie in den vergangenen Wochen sogar gewinnen. Bei Williams hingegen fragt sich immer, ob die Konstanz da ist.

Wer überrascht diese Woche? Naomi Osaka musste verletzungsbedingt in den letzten Wochen aussetzen und die Auslosung ist schwierig. Doch die junge Japanerin hat sicherlich beste, spielerische Voraussetzungen, um hier richtig weit zu kommen.

Wer muss aufpassen? Vavara Lepchenko gehört nach dem immer noch recht mysteriösen Aussetzen im Frühlings auch zu den Spielerinnen, die ein gutes Resultat dringend brauchen. Gerade weil die Amerikanerin hier Halbfinalpunkte aus dem letzten Jahr zu verteidigen hat.

Washington (Live auf TennisTV)

Dafür dass das Turnier wieder im Schatten der Herrenveranstaltung steht, ist es vorzüglich besetzt. Die in Washington an Platz acht gesetzte Spielerin ist  an Nummer 53 der Weltrangliste notiert. Zum Vergleich, in Stanford ist die Nummer 52 der Weltrangliste an Position acht der Setzliste zu finden.

Wer spielt um den Titel? Die fünf Topspielerinnen laut Weltrangnliste – Sam Stosur, Sloane Stephens, Monica Puig, Kristina Mladenovic und Eugenie Bouchard – sollten alle realistische Titelchancen haben. Vor allem die Auslosung von Stephens ist richtig gut, doch ist die junge Amerikanerin natürlich auch so unkonstant wie kaum jemand anders.

Wer überrascht diese Woche? Zwei Spielerinnen, die nicht zu den Gesetzten gehören sind Caroline Wozniacki und Sabine Lisicki. Beide hatten in den letzten zwölf Monaten mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Beide haben natürlich aber auch großes Potential. Wozniacki könnte schon in der zweiten Runde auf Stosur treffen, gegen die sie immerhin mit 6-4 im direkten Vergleich führt. Auch für Lisicki könnte es in der zweiten Runde gegen eine alte Bekannte gehen. Denn schon in Mallorca gewann sie gegen Kristina Mladenovic.

Wer muss aufpassen? Der voraus gehende Abschnitt liesse sich natürlich auch hier unterbringen. Denn Wozniacki und Lisicki sind aus gutem Grund nicht gesetzt. Wozniacki steht im Jahresranking auf Platz 94, bei Lisicki sieht es mit Position 89 nicht viel besser aus.

Bastad (Live auf TennisTV)

Angeführt von Angelique Kerber können die Veranstalter in der schwedischen Küstenstadt ein feines Feld aufbieten. Neben Kerber haben sich vier weitete deutsche Spielerinnen direkt für das Hauptfeld qualifiziert.

Wer spielt um den Titel? Kerber und der rote Sand, das ist keine große Liebe. Von daher geht die Wimbledon-Finalistin zwar als Favoritin in die Woche, aber es gibt einige Kandidatinnen, die sie schlagen können. Gerade ein mögliches Halbfinale gegen die andere Turnierfavoritin Kiki Bertens wäre ein Highlight.

Wer überrascht diese Woche? Johanna Larsson gewann schon letztes Jahr den Titel und kann sich über ihre Auslosung wahrlich nicht beschweren. Zwar könnten im Viertelfinale Sorana Cirstea, Annika Beck oder Anastasija Sevastova warten. Doch müssen die erst mal unter einander eine Viertelfinalistin ausmachen, während es für Larsson gegen Landsfrau Rebecca Peterson und danach gegen eine Qualifikantin geht.

Wer muss aufpassen? Sara Errani ist immer noch nicht ganz aus ihrer Krise zurück. Zwar erreichte die Italienerin letzte Woche das Viertelfinale in Bucharest, doch davor gab es sechs Niederlagen in sieben Matches. Hier haben es die ersten beiden Runden durchaus in sich. Zum Auftakt geht es gegen Cagla Buyukakcay, danach könnte Gstaad-Siegerin Victorija Golubic warten.

Wir lesen uns am Donnerstag wieder mit dem Thema der Woche. Dann schauen wir uns den Gegner des deutschen Davis Cup Teams in der Relegation an. Natürlich könnt ihr schon vorher bei unserem Twitter Account verfolgen gegen wen es geht. Hier außerdem noch Mal ein Link zu Andreas‘ Übersicht der möglichen Gegner.

Davis Cup – Die Relegationsmöglichkeiten

Update 18.07.2016:

Die Setzung wurde inzwischen vorgenommen und Deutschland gehört zu den acht gesetzten Nationen. Daraus ergeben sich folgende Relegationsgegner:

Brasilien (A)
Chile (L)
Indien (H)
Polen (H)
Russland (H)
Slowakei (H)
Ukraine (L)
Usbekistan (L)

(H= Heimspiel, A=Auswärtsspiel, L=Losentscheid)

In Philipps „Thema der Woche“ hatten wir schon auf das Viertelfinale der Weltgruppe im Davis Cup vorausgeblickt. An dieser Stelle wollen wir darauf schauen, auf wen das deutsche Davis Cup Team in der Relegation vom 17. – 19. September treffen könnte. Die Setzung zur Relegation findet am Montag statt, am Mittwoch folgt dann die Auslosung.

Mögliche Gegner sind schon mal sämtliche Verlierer der ersten Runde, die da wären:

Japan, Kasachstan, Schweiz, Polen, Kanada, Australien und Belgien.

Dazu kommen die Sieger der Semifinals der Weltgruppe 1 aus den Bereichen Europa/Afrika, Asien/Ozeanien und Amerika. Die Semifinals finden an diesem Wochenende statt.

Wen das deutsche Team zugelost bekommt, ist noch völlig offen. Wo das Team von Michael Kohlmann spielen könnte, steht jedoch zum Teil schon fest. Die Auswärts- oder Heimspiele finden dort statt,  wo die betreffende Paarung beim letzten Aufeinandertreffen nicht statt fand. Gab es noch keine Begegnung, wird das Heimrecht ausgelost.

Hier eine Auflistung, der Nationen, gegen die es ein Heimspiel/ Auswärtsspiel geben würde und in welchem Fall das Los entscheiden würde:

Heimspiel:

Indien, Russland, Niederlande, Ungarn, Slowakei, Schweiz, Polen und Belgien

Auswärtsspiel:

Südkorea, Österreich, Brasilien, Ecuador, Rumänien, Spanien, Japan, Australien.

Losentscheid:

China, Usbekistan, Ukraine, Chile, Kolumbien, Kasachstan und Kanada.

Es ist also schon klar, dass es unangenehme Auswärtsreisen geben könnte, so kurz nach den US Open.

Die Ergebnisse findet ihr unter daviscup.com.

Wir gehen natürlich am Montag in unserer neuen Ausgabe „Chip&Charge“ auf das Davis Cup Wochenende ein.

 

Update 16.07.2016: Die Teams, die in den Halbfinals verlieren, werden von uns durchgestrichen.

Das Chip & Charge Thema der Woche #27: Vorschau des Davis Cup Viertelfinales

 

Was diese Woche bisher geschah

Aller Fokus in Deutschland ist natürlich auf die German Open in Hamburg gerichtet. Doch das Turnier hatte nicht nur schon reichlich Absagen im Vorfeld zu verkraften, sondern verlor am Dienstag auch sein größtes Zugpferd. Denn Alexander Zverev schied in der ersten Runde gegen Inigo Cervantes aus. Für einen Spieler wie Cervantes, oft auf der Challenger Tour unterwegs, ist das natürlich ein enorme Chance auf Punkte und Preisgeld. Für das Turnier in Hamburg ist die Niederlage hingegen ein großer Verlust. Philipp Kohlschreiber ist noch dabei und neben Pablo Cuevas erster Anwärter auf den Titel.

In Bastad greift Favorit David Ferrer erst heute ins Geschehen ein. Gewinnt er sein Auftaktmatch gegen Calvin Hemery würde es im Viertelfinale gegen Dustin Brown gehen. Das nennt man dann wohl ein Aufeinandertreffen ganz unterschiedlicher Stile. Auch Fernando Verdasco, Favorit in der unteren Hälfte, steht schon im Viertelfinale.

Beim letzten ATP-Rasenturnier der Saison in Newport hat Benjamin Becker ganz klar in der ersten Runde gegen Stefan Kozlov den Kürzeren gezogen. Der wiederum war in der zweiten Runde relativ chancenlos gegen Donald Young. Sowieso haben sich bisher vor allem die gesetzten Spieler durchgesetzt, so dass wir ein durchaus namhaftes Halbfinale zwischen Steve Johnson – Gilles Muller und Marcos Baghdatis – Ivo Karlovic sehen könnten.

Simona Halep hat ihr erstes Match in Bucharest gewonnen. Die Rumänin ist natürlich die Favoritin beim Heimturnier, auch wenn Danka Kovinic im Viertelfinale gefährlich könnte. Für das hat sich Laura Siegemund schon qualifiziert. Dort geht es gegen Polona Hercog und deren Topspin-Spiel. Das dürfte ein durchaus unterhaltsames Match werden.

In Gstaad regnet es fortwährend, so dass bisher kaum Matches gespielt wurden. Zum Wochenende soll das Wetter aber besser werden. Es könnte also richtig vollgepackte Tagespläne am Samstag und Sonntag geben.
„Das Chip & Charge Thema der Woche #27: Vorschau des Davis Cup Viertelfinales“ weiterlesen

Die Chip & Charge Wochenvorschau #27

Wer spielt diese Woche?

Tennis schläft nie, auch wenn einige seiner größten Stars eine kleine Pause einlegen. Schließlich beginnen in gar nicht so ferner Zukunft die Olympischen Spiele. Davor geht es am Ende des Monats noch zum Rogers Cup, dem Masters Turnier in Kanada. Simona Halep ist die einzige Top 10 Spielerin, die diese Woche spielt. Sie tritt beim Heimatturnier in Bucharest an. Timea Bacsinszky spielt in Gstaad, viele der deutschen Herren in Hamburg. Auch beim Davis Cup sind einige Spitzenspieler dabei, unter anderem Andy Murray. Novak Djokovic hat hingegen für das Duell Serbien – Großbritannien abgesagt. Mehr zum Davis Cup gibt es übrigens am Donnerstag im „Thema der Woche.“

Wo wird gespielt?

Sechs ATP und WTA-Turniere in einer Woche, das ist schon ein prall gefüllter Kalender. Dazu noch das Viertelfinale im Davis Cup. Der Grund für diese Verdichtung liegt unter anderem bei den Olympischen Spielen. Leidtragende sind hingegen Turniere wie Hamburg, die selbst in der letzten Woche noch einige Absagen hinnehmen mussten. Dominic Thiem zog mit einer Erkältung zurück. Auch Kevin Andeson und Roberto Bautista-Agut sind doch nicht dabei. Das Damen-Turnier in Gstaad feiert Premiere, auf der selben imposanten Anlage wie das Herrenturnier.

Was wird wichtig?

Das Turnier in Hamburg bietet die Chance auf 500 enorm wichtige Punkte. Spieler wie Kohlschreiber oder Zverev könnten mit einem Sieg unter die Top 15 der Jahresrangliste einziehen. Für Bacsinszky und Halep wäre ein Sieg beim Heimatturnier sicherlich etwas Besonderes. Die Rasenspieler bekommen eine letzte Chance in Newport.  „Die Chip & Charge Wochenvorschau #27“ weiterlesen

Die Chip & Charge Wochenvorschau #24

Wie gewohnt gibt es an dieser Stelle eine Vorschau auf die kommenden Tage. Aber wie schon bei den anderen Grand Slam Turnieren probieren wir auch für Wimbledon mal etwas Neues. Daher geben wir euch heute einen Überblick für alle Erstrundenmatches der DTB-Spieler und -spielerinnen in London.

Ohne dass Andreas und ich es am Anfang groß abgesprochen hätten, haben wir hier bei Chip & Charge Tennis immer als etwas post-Nationales verstanden. Es geht uns nur ums Individuum – nicht um die Herkunft. Trotzdem dachten wir bei so vielen DTB-Teilnehmern und Teilnehmerinnen versuchen wir es doch mal mit einer gesonderten Vorschau. Nach dem Ende von Wimbledon geht es dann mit dem normalen Programm weiter.

Als kleiner Hinweis. Wir haben die Matches nach dem Wochentag sortiert und in Klammern hinter jeder Partie notiert, wie es im direkten Vergleich steht.

Montag 

Jan-Lennard Struff – Dan Evans (0:0)

Beide wurden im Frühling 1990 geboren, in beide wurden große Hoffnungen gesetzt. Doch zum absoluten Durchbruch hat es trotz einer ordentlichen Portion Talent bisher weder für Struff noch seinen britischen Gegner gereicht. Evans erinnert ein bisschen an einen jungen Philipp Petzschner, der auch einige Zeit zum Durchbruch brauchte. Was Evans besitzt ist viel Erfahrung auf dem Rasen, auch wenn ihm bisher noch kein Hauptfeldsieg in Wimbledon gelungen ist. Das stabilere Temperament und der Aufschlag könnten am Ende den Ausschlag zu Gunsten Struffs geben. Die etwas bessere Form in den letzten Wochen hat jedoch Evans. Spannend sollte es allemal werden.

Philipp Kohlschreiber – Pierre-Hugues Herbert (2:0)

Das Jahr 2016 gehört sicherlich jetzt schon zu den besseren in der Karriere von Philipp Kohlschreiber. Doch im Moment trüben zwei – wenn auch erklärbare – Erstrundenniederlagen bei den Australian und French Open das Bild. In Wimbledon hat der 32-jährige eine gute Chance sogar bis in die vierte Runde vorzudringen. Auftaktgegner Herbert gehört zu den besten Doppelspielerin der Welt, besitzt gerade am Netz viel Gefühl. Doch seine Schwünge sind wohl zu ausholend für den großen Erfolg auf Rasen. Kohlschreiber besiegte den Franzosen zuletzt in Stuttgart, auch in Halle letztes Jahr ließ er ihm keine Chance. „Die Chip & Charge Wochenvorschau #24“ weiterlesen